Bankenplatz St. Gallen Bankenplatz St. Gallen im Wandel

Etwas abseits der grossen Schweizer Finanzhotspots wie etwa Zürich oder Genf steht St. Gallen. Die Vergangenheit zeigt aber, dass ausgerechnet in der Gallusstadt im 18. Jahrhundert ein grosses Kapitel Schweizer Bankgeschichte geschrieben wurde.

Bankenplatz St. Gallen

Bildlegende: Die Sendung «Schweiz Aktuell» beleuchtet den Bankenplatz St. Gallen in einem zweiteiligen Schwerpunkt. SRF

Der Schwerpunkt ist zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil der Serie geht es um den Fall der St. Galler Traditionsbank Wegelin. Im zweiten Teil steht die Raiffeisengruppe, die ihren Hauptsitz in St. Gallen hat, im Zentrum des Berichts.

Untergang der Bank Wegelin

Vor fünf Jahren sorgte der Fall der Bank Wegelin weltweit für Schlagzeilen. Plötzlich sah sich die St. Galler Traditionsbank mit dem übermächtigen Gegner Amerika konfrontiert und musste handeln. Die nicht-amerikanischen Kunden der Privatbank Wegelin wurden in eine neue Bank ausgelagert, welche für 570 Millionen Franken an Raiffeisen verkauft wurde. Die neue Bank erhielt den alten Namen «Notenstein». Dessen Wurzeln reichen zurück bis ins Mittelalter. Damals machten Kaufleute mit dem Leinwandhandel grosse Geschäfte. Dies führte dazu, dass sie einen Ort brauchten, wo sie ihre Wechsel in Bargeld einlösen konnten. Das war die Geburtsstunde der ältesten Privatbank der Schweiz, welche 1741 ihre Türen öffnete. Seither erlebte das Geldinstitut viele Stürme.

In unserem Schwerpunkt «Bankenplatz St. Gallen» sind wir in der Bank zu Gast und schauen zusammen mit CEO Adrian Künzi in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft. Die Bank muss restrukturiert werden und einen drastischen Sparplan verfolgen.

Banken am Puls der Zeit

Die Raiffeisen Bankengruppe ist die drittgrösste Bank der Schweiz und erwirtschaftete letztes Jahr einen Gewinn von 754 Millionen Franken. Der strategische Hauptsitz der Bank ist aber nicht Zürich, sondern St. Gallen. Ein ganzes Bankenviertel auf einem roten Teppich gehört zur Raiffeisengruppe und setzt einen städtebaulichen Akzent. Am Hauptsitz arbeiten rund 1200 Personen. Frauen in Kaderpositionen findet man aber nur wenige. Eine davon ist Gabriele Burn. Sie ist die erste und einzige Frau in der Geschäftsleitung der Bank und hat sich ganz der Karriere verschrieben: «Zuhause sorgt mein Mann für unsere zwei Kinder, ich bin fürs Geldverdienen zuständig.»

Am zweiten Tag unseres Bankenschwerpunktes diskutiert Moderator Otmar Seiler zusammen mit Raiffeisen Chef Patrik Gisel und dem Ökonomen Franz Jaeger über das Thema Kundennähe und über die Wichtigkeit der lokalen Verankerung.