Basler Pharma bietet Thurgauer Forschern Hand

Als Entdecker des ersten Antidepressivums starb der Thurgauer Psychiater Roland Kuhn als angesehener Wissenschaftler. Heute ist seine Forschung höchst umstritten. Auch die Pharmaindustrie gerät in ein zwiespältiges Licht.

Frau arbeitet in einem Labor

Bildlegende: Eine Thurgauer Expertengruppe will die Arbeit der Pharma-Industrie untersuchen. Keystone

«In unseren Unterlagen wird ersichtlich, dass zwischen Basel und Münsterlingen Gelder geflossen sind», erklärt der Thurgauer Staatsarchivar André Salathé. Er präsidiert die Projektgruppe, die während der nächsten Jahre den Nachlass von Psychiater Roland Kuhn (1912 bis 2005) analysiert. Auf Salathé und sein Team wartet eine Menge Arbeit. Kuhns Nachlass umfasst 70 Laufmeter Akten.

Unter anderem geht das Forscherteam der Frage nach, welche Rolle die damaligen Basler Firmen Ciba und Geigy gespielt hatten. Aus den Dokumenten des Psychiaters Kuhn zeigt sich, dass die Pharma-Industrie Teil der Forschung war.

Kein Interview

Gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» nimmt das Basler Pharmaunternehmen Novartis nur schriftlich Stellung. «Wir werden unseren Beitrag leisten, über die früheren Aktivitäten unserer Vorgängerunternehmen Transparenz zu schaffen» schreibt Unternehmenssprecher Satoshi Sugimoto.