Bauern wollen die Gleise der Appenzeller Bahn nicht überqueren

Die Appenzeller Bahnen müssen die Pläne zur Sanierung eines Bahnübergangs am Rande der Stadt St. Gallen nochmals überarbeiten. Das hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden.

Bahnübergang

Bildlegende: Ein Viehdurchlass würde rund 500'000 Franken kosten. (Symbolbild) Keystone

Die Appenzeller Bahnen sichern seit einiger Zeit sämtliche Bahnübergänge besser. Dazu gehören auch sieben Übergänge am Rande der Stadt St. Gallen auf der Linie St. Gallen - Trogen. Im November 2012 haben die Appenzeller Bahnen beim Bundesamt für Verkehr (BAV) die Pläne zur Sanierung dieser Bahnübergänge eingereicht.

Landwirte wehren sich

Drei Monate später reichten zwei Landwirte beim BAV gegen die geplante Sicherung eines unbewachten Bahnübergangs mit einer Bedarfsschranke Einsprache ein. Sie erklärten, ein Viedurchlass, also eine Art Unterführung, würde ihrer Meinung nach mehr Sinn machen, um das Vieh gefahrlos von einer Weide unter der Strasse und dem Bahntrassee hindurch auf die andere Weide zu treiben.

Schnellere Züge und ein verdichteter Fahrplan würden in Zukunft dazu führen, dass die Zeitfenster für eine gefahrlose Überquerung sehr klein seien. Die Gefahr eines Unfalls bleibe mit einer Barriere daher sehr gross, so die Begründung der beiden.

Mögliche Lösung, aber...

Die Appenzeller Bahnen erklärten, ein Viehdurchlass wäre eine machbare, sichere und nachhaltige Lösung. Aber: Die entsprechenden Mehrkosten müssten von allen Beteiligten - also den Appenzeller Bahnen, dem Kanton und der Stadt St. Gallen, sowie den beiden Landwirten - getragen werden.

Da die Stadt St. Gallen sich jedoch als einzige Partei weigerte, sich an den Mehrkosten zu beteiligen, verwarfen die Appenzeller Bahnen das Vorhaben wieder. Bis jetzt. Sie müssen nach dem neuesten Verwaltungsgerichtsentscheid ein detaillierteres Projekt beim BAV einreichen. Zudem müssen sie den Nachweis erbringen, «dass genügend Zeit für die Querung des Übergangs mit Vieh vor der nächsten möglichen Zugsdurchfahrt zur Verfügung steht», schreibt das Bundesverwaltungsgericht.