Berufliche Integration gerät unter Spardruck

Bevor jemand eine IV-Rente bezieht, soll er möglichst in den Arbeitsprozess integriert werden. Dafür braucht er eine Umschulung oder eine neue Ausbildung. Soziale Institutionen bieten diese Angebote an. Nun will die SVA die Beiträge an diese Institutionen kürzen. Das sorgt für Kritik.

Blick auf das Gebäude der SVA St. Gallen

Bildlegende: Die SVA St. Gallen steht in der Kritik. Keystone

Bislang war das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) für die Finanzierung der beruflichen Integration zuständig. Unter deren Führung seien die Leistungsvereinbarungen mit den Heimen und Werkstätten kein Problem gewesen, sagt Peter Hüberli, Präsident der Insos St. Gallen, dem Dachverband der Heime und Werkstätten für Menschen mit einer Behinderung. Probleme gebe es erst, seit die Sozialversicherungsanstalt St. Gallen (SVA) die Regelung der Finanzierung in diesem Jahr übernommen habe.

Die SVA habe die Leistungsvereinbarungen gegenüber dem Vorjahr um rund 30 Prozent senken wollen, sagt Hüberli. Für die betroffenenen Institutionen sei dies gravierend. Unter diesen Bedingungen müssten die Heime und Werkstätten ihr Angebot zurückfahren.

Für Hüberli ist klar: einerseits wolle die SVA Geld sparen, andererseits fehlten ihr aber die notwendigen Informationen, um angemessene Vereinbarungen treffen zu können.

Weil sich die sozialen Institutionen nicht geschlagen geben wollen, haben sie sich zusammengeschlossen. Jetzt ist eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der SVA und der Institutionen daran, gemeinsame Kriterien für eine angemessene Finanzerung der beruflichen Integration auszuarbeiten.