Biorender: Die Zeit drängt

Findet die Thurgauer Biogasfirma Biorender bis September keinen Partner, muss sie Konkurs anmelden. Auf zusätzliche Unterstützung der beteiligten Städte kann sie vorläufig nicht hoffen.

Biorender in Münchwilen

Bildlegende: Biorender bewegt sich weiterhin auf auf wackligen Beinen Keystone

Seit drei Jahren produziert Biorender im thurgauischen Münchwilen Biogas aus Fleischabfällen. Rentabel war der Betrieb nie, technische Probleme führten zu finanziellen Schwierigkeiten.

Hauptaktionäre des Unternehmens sind die Städte St. Gallen, Wil und Winterthur. St. Gallen und Winterthur standen bis anhin immer hinter dem Unternehmen. Anders Wil: Bereits Ende Jahr gab Wil bekannt, die Anteile an Biorender verkaufen zu wollen. Seit April bezieht Wil von Biorender kein Gas mehr. Der Ausstieg von Wil habe das Unternehmen 1,5 Millionen Franken gekostet. Eine Klage sei vorbereitet, heisst es auf Anfrage.

Winterthur dreht Geldhahn zu, St. Gallen schreibt ab

Damit nicht genug: Anfang Woche hat der Winterthurer Stadtrat entschieden, vorläufig kein zusätzliches Geld einzuschiessen. Am Dienstag Abend will zudem das St. Galler Stadtparlament den Rest der Millionen-Beteiligung an Biorender abschrieben. Das heisst: St. Gallen glaubt nicht mehr daran, dass Biorender irgendwann rentabel sein wirdt.

Bei Biorender will niemand offziell Stellung zu den neusten Entwicklungen nehmen. Der Geschäftsführer Marcel Jaggi verweist auf eine wichtige Sitzung mit einem möglichen neuen Partner, die Ende Woche stattfindet. Er macht gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF 1 aber auch klar, dass die Zeit dränge und es ein klares Signal brauche, wie und ob es mit Biorender weitergehe.