Biorender-Konkurs: Logische Folge nach Ausstieg von Winterthur

Der St. Galler Stadtrat Fredy Brunner bedauert die Zahlungsunfähigkeit der Biogas-Fleischvergärungsanlage Biorender in Münchwilen, an der auch die Stadt St. Gallen beteiligt ist. In der Kritik steht die Stadt Wil.

Sicht auf das Firmengebäude der Biorender AG.

Bildlegende: Laut Stadtrat Fredy Brunner hatte St. Gallen das Aktienkapital von drei Millionen Franken von Anfang an abgeschrieben. Keystone

Die Biorender AG hatte am Freitag über ihre Zahlungsunfähigkeit informiert. Nach dem Ausstieg der Städte Wil und zuletzt auch Winterthur drehten die Banken dem Unternehmen den Geldhahn zu.

Die Stadt St. Gallen habe ihre Aufgabe und ihre Verantwortung als Aktionärin immer wahrgenommen, sagte Brunner im Interview mit Radio SRF1. Leider hätten die andern Beteiligten dies nicht mitgetragen. St. Gallen, Wil und Winterthur hielten je ein Viertel von Biorender. Kleinere Teilhaber waren Schaffhausen, Uzwil und Flawil.

Technische Probleme

Die 2009 gegründete Biorender AG ist die erste Fleischvergärungsanlage der Schweiz. Seit Beginn kämpfte das Unternehmen mit Schwierigkeiten.

Laut Brunner hatte die Stadt St. Gallen ihr Aktienkapital von drei Millionen Franken von Anfang an abgeschrieben. Es sei klar gewesen, dass dies ein Risikogeschäft sei. Die Stadt habe von der Biorender Gas bezogen und bezahlt. «Weitere Engagements haben wir nicht», so Brunner.

«  Das Verhalten der Stadt Wil hat mich wirklich verärgert. »

Matthias Gfeller
Stadtrat Winterthur

Auch in Winterthur bedauert man den Konkurs der Biorender AG. Der Entscheid gegen die Biorender habe das Fass zum Überlaufen gebracht, sagt Stadtrat Matthias Gfeller. Den Ausschlag gegeben habe aber die Stadt Wil. «Das Verhalten der Stadt Wil hat mich wirklich verärgert», so Gfeller. Es könne nicht sein, dass eine Stadt bei einem gemeinsamen Projekt einen «Sonderzug» fahre.

Dass die Stadt Wil den Anfang vom Ende gemacht habe, weist Stadtrat Daniel Meili zurück. «Der Anfang kommt daher, dass Biorender nie die Produktionszahlen geliefert hat, die versprochen worden sind», so Meili gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz».