Braucht es die «Schnürlischrift» noch?

Mit dem Schulbeginn flammt die Diskussion rund um die «Schnürlischrift» wieder auf. Sargans beispielsweise hat die Schulschrift auf dieses Schuljahr hin abgeschafft. Andere Schulen im Kanton St. Gallen verzichten schon länger darauf. Die Erfahrungen seien positiv, heisst es.

Ein Schüler schreibt in Schulschrift an die Wandtafel.

Bildlegende: Die Schulschrift bereitet vielen Schülern Mühe. Keystone

Die «Steinschrift» in der ersten, die «Schnürlischrift» in der zweiten Klasse. So wird es an den meisten Schulen in der Ostschweiz gehandhabt. Allerdings gibt es im Kanton St. Gallen einige Ausnahmen. In Schänis zum Beispiel, müssen die Schüler seit zehn Jahren keine Schulschrift mehr lernen. Stattdessen üben sie in der zweiten Klasse lediglich, die Buchstaben der Steinschrift zu verbinden, die sogenannte Basisschrift.

«Wir haben dadurch sehr viel Zeit für andere Sprachkompetenzen gewonnen», sagt Ruedi Eicher, seit 14 Jahren Schulleiter in Schänis. Ausserdem könnten die Schüler schon ab der dritten Klasse die eigene Handschrift entwickeln, was mit der obligatorischen Schulschrift bis zur sechsten Klasse nicht möglich sei.

Anders in den Kantonen Thurgau und Graubünden. In beiden Kantonen wird die Schulschrift noch konsequent gelehrt. Man halte sich an den Lehrplan, sagt Walter Berger, Leiter Amt für Volksschule Thurgau.