Zuckerrüben-Produktion Bund will keine Zölle auf Zuckerimporte

Ein Zoll auf Zucker aus der EU: Das bringe nichts, sagt das Bundesamt für Landwirtschaft. Mit deutlichen Worten stellt sich die Bundesverwaltung gegen die Forderung des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft, einen Zoll auf importierten Zucker zu erheben.

Zuckerrüben

Bildlegende: Um Weinfelden produzierten vor acht Jahren 50 Bauern 11 000 t, heute sind es 35, die 6000 t Zuckerrüben produzieren. Keystone

Der Zuckerbranche in der Schweiz geht es nicht gut.

  • Die Zuckerfabriken in Frauenfeld und Aarberg im Kanton Bern schrieben letztes Jahr einen Verlust von 2,7 Millionen Franken.

Weil der Zucker aus der EU billiger ist, haben die Schweizer Zuckerproduzenten einen schweren Stand. Zwar ist weltweit der Marktpreis für Zucker letztes Jahr ein wenig gestiegen, die Situation bleibe aber für die ganze Branche angespannt, sagt Gudio Stäger, der Chef der Zuckerfabrik.

«  Das Problem ist, wenn die Preise nachhaltig tief sind. Davor haben wir Angst.  »

Guido Stäger
Direktor der Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld

Die tiefen Preise haben Auswirkungen auf die Thurgauer Landwirtschaft. Immer mehr Landwirte hören mit der Produktion von Zuckerrüben auf. Deswegen fordert der Verband Thurgauer Landwirtschaft Massnahmen gegen den Preiszerfall.

«  Damit der Zuckerpreis steigt, könnte man einen Zoll auf den importierten Zucker erheben. »

Silvan Ziegler
Ressort Pflanzenbau, Verband Thurgauer Landwirtschaft

Beim Bund winkt man ab. Das würde nichts bringen, sagt der Mediensprecher beim Bundesamt für Landwirtschaft, Jürg Jordi. Gut 80 Prozent des Schweizer Zuckers werde in der Industrie verarbeitet und werde der Zucker teurer, verlagere die Industrie die Produktion ins Ausland. Und das sei nicht im Interesse der Schweiz. Ausserdem unterstütze der Bund die Zuckerrübenproduzenten mit Subventionen.

«  Die Zuckerrübenproduzenten haben eine gute Unterstützung des Bundes und der Anbau von Zuckerrüben in der Schweiz ist im Vergleich mit anderen Kulturen attraktiv. »

Jürg Jordi
Mediensprecher Bundesamt für Landwirtschaft