Bundesrat gastiert beim Glarner Volk

Schabziger-Brötli und Selfies: Der Bundesrat hat am Mittwoch ausnahmsweise nicht im Bundeshaus getagt, sondern in Glarus. Danach mischte er sich bei einem Apéro auf dem Rathausplatz unter das Volk.

Am Schabziger kamen die Regierungsmitglieder an diesem Apéro nicht vorbei. Auch ohne Selfies ging es an diesem Mittwoch nicht. Viele nutzten die Gelegenheit, mit einem der sieben Bundesräte ein Foto zu schiessen. «Wir machen da gerne mit», sagte Bundespräsident Johann Schneider-Ammann (FDP).

Neue Industrie für das Glarnerland

Den Kanton Glarus kennt und schätzt Schneider-Ammann vor allem aus seinen Bergsteigerzeiten. «Heute muss ich mir Glärnisch und Tödi leider von unten ansehen.» Das Glarnerland liegt dem ehemaligen Unternehmer aber auch aus anderen Gründen am Herzen. Glarus war der erste und am stärksten industrialisierte Kanton. Heute liegt ein grosser Teil dieser Infrastruktur brach, die Textilfabriken sind weg.«Der Bundesrat würde dem Kanton Glarus gerne eine zweite industrielle Revolution bringen», sagte Schneider-Ammann. Es sei denkbar, neu aufkommende Industrien hier anzusiedeln. Weil diese Geschäftszweige wohl digital sein werden, könnte aus dem Glarnerland also dereinst ein kleines Silicon Valley entstehen.

Mittagessen mit der Glarner Regierung

Gepflegt wurde dieser Kontakt dann gleich bei einem gemeinsamen Mittagessen nach der ordentlichen Sitzung und dem Apéro mit der Bevölkerung. Es war bereits das elfte Mal, dass der Bundesrat ausserhalb des Bundeshauses tagte. Die Landesregierung begann 2010 damit, Sitzungen in allen Landesteilen durchzuführen. Der Bundesrat möchte damit seine Verbundenheit zu den Regionen ausdrücken und mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen.