Bundesratswahl: «Eine unfreuliche Entwicklung»

Nach der Wahl von Guy Parmelin ist die Ostschweiz nicht mehr im Bundesrat vertreten. Damit sei ein Ungleichgewicht in der Landesregierung entstanden, sind sich Ostschweizer Parlamentarier einig.

Der neue SVP-Bundesrat Guy Parmelin sitzt seit 2003 im Nationalrat. Ebenfalls seit 2003 politisiert der St. Galler FDP-Nationalrat Walter Müller in der grossen Kammer. Müller sagt jedoch, er kenne Parmelin nicht, der Welsche sei ein unauffälliger Politiker. Gleichzeitig betont Müller aber, dass er nicht erfreut sei, dass im Bundesrat neu drei Welsche und zwei aus dem Kanton Bern sitzen. Damit sei Ungleichgewicht entstanden.

«  Der eigene Hosensack ist immer näher. Und damit gibt es eine Gewichtsverschiebung, die unerfreulich ist. »

Walter Müller
Nationalrat FDP

Ähnlich sehen es die anderen Ostschweizer Parlamentarier in Bern. Der Thurgauer SVP-Ständerat Roland Eberle relativiert aber: Der Einfluss der Region darf nicht vom Bundesrat abhängig gemacht und übergewichtet werden. «Ob eine Region Einfluss hat oder nicht ist abhängig davon, wie eine Region mit den Bundesräten umgeht», ist Eberle überzeugt.

Allianzen bilden

Auf die Ostschweizer Parlamentarier kommt in den nächsten Jahren mehr Arbeit zu. Der Bündner CVP-Ständerat Stefan Engler sagt: «Wir werden noch intensiver an Allianzen arbeiten müssen, um die Interessen der Region in Bern noch besser zu vertreten.»

Ebenfalls wichtig sei, so sind sich die Ostschweizer Parlamentarier einig, dass, sobald eine Vakanz in der Landesregierung entstehe, sich die Ostschweiz mit einem geeigneten Kandidaten oder einer geeigneten Kandidatin präsentiere.