Comeback der Wirteprüfung im Kanton St.Gallen

1995 abgeschafft und heute vor einer Wiedereinführung: Die Wirteprüfung hat im Kanton St. Gallen die erste Hürde geschafft. Die vorberatende Kommission will, dass angehende Wirte nicht nur Kenntnisse in Hygiene und Suchtprävention haben müssen, sondern auch im Arbeitsrecht und Rechnungswesen.

Prosecco wird ausgeschenkt

Bildlegende: «Wirten bedeutet mehr als ein bisschen Getränke ausschenken», sagen die Befürworter des neuen Gesetzes. Keystone

Zwei Wochen statt gut eine Woche und Kosten von knapp 3000 Franken (inklusive Prüfungsgebühr) statt wie bisher gut die Hälfte. Die vorberatende Kommission des St. Galler Kantonsrates will das Gastwirtschaftsgesetz verschärfen. Wer wirten will, wird härter geprüft.

Getragen wird dieser Entscheid von den bürgerlichen Parteien SVP, FDP und CVP. Der Grünliberale Kantonsrat, Nils Rickert, ist deswegen verärgert: «Ich halte von diesem Kommissionsentscheid gar nichts. Er widerspricht den Zielen, die von bürgerlicher Seite definiert wurden. Die wollte Regelungen abbauen und das Gewerbe nicht weiter belasten. Und was man hier macht, ist das Gegenteil.»

Die Befürworter eines verschärften Gastwirtschaftsgesetzes betonen, es handle sich gar nicht um eine Wirteprüfung. Es gehe lediglich um einen Kurs, damit man besser auf die betriebswirtschaftlichen Herausforderungen des Wirteberufs vorbereitet sei, wie der SVP-Kantonsrat Walter Gartmann gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz» betont.

Die Vorlage kommt im Februar in den Kantonsrat. Wird das Gesetz gutgeheissen, tritt es 2017 in Kraft.