Barrierefreies Reisen «Da müssen sie noch viel machen»

150 Bushaltestellen gibt es in der Stadt St. Gallen. Das bedeutet 300 Haltekanten – aber nur drei davon sind komplett barrierefrei.

Rollstuhl-Symbol auf Bus-Türe.

Bildlegende: Das Gesetz schreibt vor, dass bis 2023 Reisen auch für Menschen mit Behinderung ohne Barrieren möglich sein sollen. Imago

Situation in der Stadt St. Gallen: Nur bei den neuen Haltekanten am St. Galler Bahnhof ist es für Menschen mit einer Behinderung möglich, ganz ohne Hilfe ein- oder auszusteigen. Allerdings sei das Ein- und Austeigen bei 20 Prozent der Haltestellen möglich – wenn auch mit Hilfe. Zum Beispiel durch den Buschauffeur, der eine Rampe ausklappt.

Reaktion des Behindertenverbandes Procap St. Gallen Appenzell: «Da müssen sie noch viel machen», sagt Geschäftsleiter Roland Eberle mit Blick auf das schweizweite Gesetz, das ein barrierefreies Reisen für Behinderte bis 2023 vorschreibt. Klar gebe es technische Schwierigkeiten, die dazu führen, dass eine Haltestelle nicht ganz barrierefrei umgebaut werden könne. Etwa wenn diese in einer Kurve liege. Kein Argument dürften jedoch kleine Passagierzahlen bei einer Haltestelle sein: «Es ist Bundesgesetz und das muss erfüllt werden.»