Das Phantom Mehmet Nazif Günal

Der türkische Industrielle kauft sich den kleinen FC Wil und will mit diesem europäisch spielen. Mehmet Nazif Günal selbst hat sich noch nicht zu seiner Investition geäussert. Ein Annäherungsversuch.

Das Fussballstadion Bergholz

Bildlegende: Das Fussballstadion Bergholz: Hier hat der türkische Investor das Sagen. Keystone

Günal ist laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes der 22. reichste Türke. Sein Vermögen bilanziert es auf 1,2 Milliarden Dollar. Er macht sein Geschäft mit Baufirmen, mit Hotelanlagen, mit Luftfracht und neuerdings auch mit Minen.

Er sei «sehr umgänglich, er hat Ambitionen, hat im Geschäftsleben Grosses erreicht und will im Fussball dasselbe», sagt Erdal Keser. Der neue Sportchef des FC Wil ist zurzeit die einzige Person, die für Günal spricht. Eine Interviewanfrage blieb unbeantwortet.

Stand schon im Visier von Ermittlungen

Die NZZ-Korrespondentin in Istanbul, Inga Rogg, weiss ein wenig mehr. Günals Gruppe MNG habe vor einiger Zeit in den Medien gestanden. Es ging um die Korruptionsvorwürfe gegen Präsident Erdogan. «Es hiess, Günal sei von Erdogan genötigt worden, einen Fernsehsender zu kaufen und habe diesen dann wieder verkauft», so Rogg.

Das Verfahren hat Erdogan aber zum Erliegen gebracht. Es bleibt deshalb offen, ob die Vorwürfe zurecht erhoben wurden. Klar sei aber, dass Günals Unternehmen eng mit der Regierung verbandelt sei und viele Bauaufträge von dieser erhalte.

Mehmet Nazif Günal will schon bald sich selber erklären, verspricht Erdal Keser. Das ist nötig, wenn Günal nicht länger als das Phantom erscheinen will, dem man nicht trauen mag.