Den Abfallsündern auf der Spur

Richard Nyffeler ist «Abfalldetektiv» oder wie auf seinem offiziellen VW-Bus der Stadt St. Gallen steht: «Abfall-Controller». Seit 14 Jahren wühlt er in anderer Leute Abfall. Bequemlichkeit, Faulheit und Geiz sieht er als Gründe für das illegale Entsorgen von Abfall.

Illegal entsorgte Möbelstücke

Bildlegende: Auch Möbelstücke werden illegal entsorgt. Die Leute kleben keine Gebührenmarke drauf und stellen sie vor die Tür. SRF

Jährlich erhalten Richard Nyffeler und sein Kollege rund 1500 Meldungen. Diese reichen die Leute von der Kehrrichtabfuhr oder Anwohner ein. Es ist eine Spur, welcher Richard Nyffeler nach geht. Daneben macht er Stichproben bei den rund 300 Unterflur-Containern in der Stadt St. Gallen. Das sind Container, die unter den Boden verlegt wurden. In der Nähe dieser Container stellen die Anwohner die Abfallsäcke nicht mehr vor das Haus, sondern werfen ihn in den Container.

«  Beim Abfall wird häufig gespart. Manche Leute betreiben dafür einen grossen Aufwand.  »

Richard Nyffeler
Abfall-Controller Stadt St. Gallen

Seit 14 Jahren ist Richard Nyffeler im Namen der Ordnung unterwegs. In den grossen Containern findet er unter den Gebührensäcken immer wieder einmal kleine weisse Plastiksäcke oder grosse schwarze Säcke - die hier verbotenerweise entsorgt wurden. Er fischt die Säcke mit einem Haken heraus, hält alles auf Fotos fest und lädt die Säcke in seinen weissen VW-Bus. Mit diesem fährt er dann zur Kehrichtverbrennungsanlage. Dort schneidet er die Säcke auf und sucht nach Hinweisen: Zettel oder Quittungen mit Adressen. Dank diesen kann er dann den einen oder anderen Abfallsünder zur Anzeige bringen.

In der Stadt St. Gallen kostet eine Busse für einen illegal entsorgten Abfallsack 100 Franken, mehrere Säcke kosten 300 Franken.

Nationales Litteringgesetz:

Das Wegwerfen und Liegenlassen von Kleinabfall ist ein Problem. Die
Schweizer Kantone diskutieren zurzeit über die Einführung einer
nationalen Regelung der Litteringbusse. Eine Mehrheit der Kantone ist dafür, so beispielsweise die Kanton St. Gallen, Graubünden, Thurgau und Ausserrhoden. Einzig
Innerrhoden spricht sich gegen eine nationale Lösung aus.