Den Ermatingern stinken ihre Schwäne

Nirgends in der Schweiz leben mehr Schwäne als am Untersee. Heikel ist die Lage in Ermatingen: Hier klagen Seeanstösser über den Schwanenkot und den Gestank. Das Baden im See sei nicht nur unappetitlich, sondern auch gefährlich. Unternehmen können sie aber nichts.

Zuviel ist zuviel: In Ermatingen hat man keine Freude an der grössten Schwanenpopulation der Schweiz.

Bildlegende: Zuviel ist zuviel: In Ermatingen hat man keine Freude an der grössten Schwanenpopulation der Schweiz. Keystone

Schwäne seien schöne Tiere, doch wenn es zu viele seien, höre der Spass auf, so der Tenor der Bevölkerung in Ermatingen. Laut der Vogelwarte Sempach lebt ein Viertel der Schweizer Höckerschwanpopulation am Untersee. Seeanwohner wie Max Dössegger haben genug: «Die Schwäne verdrecken unseren Badeplatz und den Parkplatz vor dem Haus. Wir putzen täglich Kot weg. Das stinkt zum Himmel!»

Mehrere hundert Schwäne

Der Gemeindeammann Martin Stuber hört täglich Klagen. Die Badeplätze seien verdreckt, das Wasser weiss vor lauter Federn. Auch Schwimmer beschweren sich, vor lauter Schwänen trauen sie sich nicht mehr in den See. «Früher konnte man noch die Schwaneneier in den Nestern anstechen. Doch das ist nun verboten und auch Abschiessen ist nicht erlaubt.» Solange die Schwäne in der Schweiz unter Schutz stehen, müssen die Ermatinger wohl oder übel mit ihren Schwänen leben.