«Den Luchs hat man akzeptiert»

Vor 13 Jahren wurde der Luchs in der Ostschweiz wieder angesiedelt. Damals weckte das Raumbtier dieselben Befürchtungen, wie heute der Wolf. Nun leben rund zehn Luchse in der Region, welche von der Bevölkerung kaum wahrgenommen werden.

Seit 18 Jahren ist Urs Büchler Wildhüter im Kanton St. Gallen. Er ist zuständig für das Gebiet im Toggenburg. Alleine letztes Jahr hat er 40 Luchsnachweise erfasst. Er hat die erste Ansiedelung eines Luchses 2001 miterlebt. Damals waren die Bedenken in der Bevölkerung gross: Hat der Luchs genügend Lebensraum oder kommt er zu nahe an den Siedlungsraum, gefährdet Mensch und Nutztiere? Auch wurde befürchtet, dass der Luchs den Jägern die Tiere streitig macht.

13 Jahre sind vergangen, die Zeit hat für den Luchs gearbeitet, die Bedenken sind verschwunden. Es ist ruhig geworden um den Luchs. Aber dort wo sich der Luchs aufhält, dort gibt es einen Nutzer mehr in der Natur, sagt Urs Büchler.

Dies wirke sich auf die Jagdbestände aus und das merken die Jäger. Der Rehbestand sei dieses Jahr klein, das werden die Luchse merken, die Mühe haben werden, Tiere zu reissen, ist der Wildhüter überzeugt.

Einzeltier und Rudeltier

Der Luchs gilt als schüchtern, als ein Einzelgänger. Er ist nicht bekannt dafür, dass er Nutztiere reisst. Der Wolf dagegen ist ein Rudeltier. Der Wolf reisst häufig gleich mehr als ein Tier, damit das Rudel genügend Futter hat. Die beiden Grossraubtiere werden sich nicht in die Quere kommen, davon geht Urs Büchler aus, denn der Wolf jagt den Hirsch, der Luchs reisst das Reh und die Gams. Klar, gewisse Überschreitungen dürfte es geben.

Bisher wurde im Toggenburg, also im Gebiet von Urs Büchler, noch kein Wolf nachgewiesen. Dies dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein. Schon jetzt würden sich Meldungen von Bauern häufen, die behaupten, einen Wolf gesehen zu haben. Allerdings lasse sich ein Hund und ein Wolf von weitem nicht unterscheiden. Erst durch die DNA könne ein Wolf sicher nachgewiesen werden.