Den Schreibtisch selber putzen

Der Kanton Genf muss an allen Ecken und Enden sparen. Getestet wird darum gerade, wie viel sich sparen lässt, wenn Angestellten ihren Arbeitsplatz selber putzen. Ostschweizer Angestellte werden aber vor dem Putzdienst bewahrt.

Putzutensilien wie Tuch und Putzmittel stehen am Boden.

Bildlegende: Angestellte in Genf sollen nur ansatzweise die Arbeit von Putzfrauen übernehmen. Keystone

Genf kämpft mit einem Staatsdefizit von 750 Millionen Franken. Da sind alle Sparmöglichkeiten willkommen. Laut der «Tribune de Genève» sind nun rund 800 Angestellte dazu angehalten, ihren Arbeitsplatz selber sauber zu halten. Dafür wurden beispielsweise Putztücher auf den Schreibtischen verteilt. Ob diese Massnahme das Defizit tatsächlich verringert, ist offen. Der Versuch wird erst noch ausgewertet.

In den Ostschweizer Verwaltungen ist der Putzdienst für die Angestellten der öffentlichen Hand kein Thema. Der St. Galler Kantonsbaumeister Werner Binotto etwa, winkt ab. Solche Massnahmen würden vielleicht eine gewisse symbolische Aussenwirkung bringen, sonst aber nichts. «Mit Schreibtischputzen alleine ist es nicht getan. Es gibt da noch Toiletten, Boden, Geländer und Schalterhallen die geputzt werden müssen.»

Lediglich eine Kostenverlagerung

Sein Bündner Kollege Markus Dünner doppelt nach: «Mir scheint hier eine Fehlkalkulation vorzuliegen.» Denn geputzt werden müsse ja trotzdem, letztlich würde die gleiche Arbeit dann besser verdienende Angestellte verrichten.

Allerdings: In der Stadt St. Gallen wurde die Idee, die städtischen Angestellten selber putzen zu lassen, anscheinend schon mehr als einmal diskutiert. Man sei aber jedes Mal wieder davon abgekommen, sagt Sprecher Urs Weishaupt: «Es wäre lediglich eine Kostenverlagerung.»