«Der Bautourismus hat Potential»

In der Ostschweiz wird an Superlativen gebaut. In Linthal entsteht das grösste Pumpspeicherkraftwerk der Schweiz und tief unter Sedrun verläuft der längste Eisenbahntunnel der Welt. Beide Orte wollen künftig mit diesen Bauwerken Touristen anlocken. Das könnte klappen, findet der Tourismusexperte.

Bauarbeiter im Neat-Tunnel

Bildlegende: Grossbauten, wie zum Beispiel der Neat-Tunnel, sollen Touristen anlocken. Keystone

Die Neat fasziniert. In den letzten 18 Jahren haben 400'000 Menschen das Besucherzentrum in Sedrun besucht und sich über den Bau informiert. Die Gemeinde will, dass auch künftig Bahn- und Tunnelfans nach Sedrun kommen. Sie will die Neat tief im Berg touristisch vermarkten.

Ähnliche Überlegungen macht man sich in Linthal. Dort soll dereinst das grösste Pumpspeicherkraftwerk der Schweiz in Betrieb genommen werden.

«Das könnte klappen», sagt Christian Laesser, Tourismusprofessor der Uni St.Gallen. Bereits heute würden die Grimselkraftwerke erfolgreich touristisch genutzt. Es gebe auch Führungen durch Atomkraftwerke oder Reisen zu den grössten Brücken der Welt.

«Die grosse Masse spricht man aber mit solchen Angeboten nicht an», sagt der Tourismusexperte. Auch das grosse Geld sei damit nicht zu machen. Aber es fördere das Verständnis der Menschen für Technik.