«Der Bobsport wird falsch vermarktet»

Kürzlich beklagte sich Spitzenbobpilot Beat Hefti über Nachwuchsprobleme im Schweizer Bobsport. Jürg Rohr des Glarner Bobteams Rohr stimmt Hefti zu. Der Bobsport müsse sich stärker vom Marketing des Skisports inspirieren lassen.

Die sechs Teammitglieder stehen alle nebeneinander. Sie tragen ein blaues Kurzarm-Kragenshirt

Bildlegende: Jürg Rohr (ganz links) und sein Team fahren im Europacup, also eine Stufe unter dem Weltcup. zvg

«Es ist sehr schwierig, Nachwuchs für unseren Sport zu finden», sagt der 32-jährige Zimmermann aus Mollis. Der Bobsport verlange viel Zeit, liefere aber wenig Zählbares: «Die Prämien sind sehr tief. Man kann vom Bobsport nicht leben.» Ausserdem habe der Verband in den letzten Jahren zu stark auf die Ausbildung von Piloten gesetzt und zuwenig auf jene der Anschieber.

Jürg Rohr, dessen Team anfangs Jahr an den Schweizer Meisterschaften die Bronzemedaille im Viererbob gewann, stört sich auch ab der Vermarktung seines Sports. «Man sollte dringend etwas tun. Schauen Sie mal, wieviele Leute zum Beispiel nur schon an die Auslosung der Startnummern eines Skirennens kommen. Da könnte bei uns noch vieles besser gemacht werden.»