Der Fall Gossau oder wann ist eine Stadt eine Stadt?

Eine Gemeinde mit mehr als 10'000 Einwohnern, gilt als Stadt. Das soll sich aber ändern. Das Bundesamt für Statistik hat die Stadt-Kriterien neu definiert. In Zukunft muss eine Gemeinde eine gewisse Dichte und Mindestgrösse im Kern aufweisen, um zu einer Stadt zu werden.

Das Rathaus der Stadt Gossau.

Bildlegende: Das Rathaus der Stadt Gossau. Stadt Gossau

Die neuen Kriterien des Bundesamtes für Statistik (BFS) dürfte vor allem in ländlichen Städten die Grundsatzfrage aufwerfen, wann ist eine Stadt eine Stadt? Nehmen wir das Beispiel Gossau: Böse Zungen sprechen von einem St. Galler Vorort, andere bezeichnen Gossau als Metropole im Fürstenland. Doch was stimmt? Für Stadtpräsident Alex Brühwiler ist klar: «Wir sind ein städtisches Dorf oder eine dörfliche Stadt. Beides trifft zu.» Dabei wäre Gossau gerne eine Stadt. Im Erscheinungsbild auf Briefpaper und im Internet präsentiert sich Gossau konsequent als «Stadt Gossau».

Neue Definition aus Bundesbern

Der Direktor vom Bundesat für Statistik Georges-Simon Ulrich: «Wir wollen, dass eine Stadt auch einen gewissen urbanen Charakter aufweist. Ländliche Kleinstädte, die durch Gemeindefusionen enstanden sind, sollen sich somit nicht mehr Stadt nennen dürfen.»

Gossaus Stadtpräsident Alex Brühwiler nimmt die neuen Pläne aus Bundesbern gelassen: «Das sind Definitionen aus Bundesbern, die micht kalt lassen. Uns geht es gut, ob wir nun als Stadt gelten oder nicht.»