Der Glarner Abtreibungsgegner: Ein Mann mit Sendungsbewusstsein

Mit religiösen Argumenten komme man nicht an Unterschriften, sagt Heinz Hürzeler. Darum begründet er seinen Kampf gegen die Abtreibung volkswirtschaftlich.

Heinz Hürzeler

Bildlegende: Bis zu seinem 70. Geburtstag im August 2014 will Heinz Hürzeler 100‘000 Unterschriften sammeln. zvg

Die Argumentation zur Initiative «Lebensschutz stopft Milliardenloch» ist ungewohnt, für den einen oder anderen vielleicht sogar befremdlich: Die Initianten um den Glarner Heinz Hürzeler gehen davon aus, dass der bessere Schutz des Lebens - also ein Abtreibungsverbot - zu mehr Nachwuchs führt. Fehlt dieser Nachwuchs, gehen der Schweiz laut Initianten Milliarden Franken bei der Wertschöpfung und dem Konsum verloren.

Heinz Hürzeler verhehlt nicht, dass seine eigentlichen Motive religiöser Natur sind. Mit religiösen Argumenten erreiche man aber die Leute nicht und werde schnell als «Oberfrommer» etikettiert.  Darum habe man sich überlegt, «vordergründig wirtschaftlich» zu argumentieren, in der Hoffnung, dass Interessierte sich auf der Homepage der Initianten weiter informierten.

Als christlicher Fundamentalist bezeichnet zu werden, stört Hürzeler nicht: «Der christliche Glaube ist mein Fundament, da bin ich stolz drauf».

Hürzeler hatte 2006 und 2008 erfolglos als Regierungsrat im Kanton Glarus kandidiert, damals noch für die EDU. Mittlerweile hat er die Partei verlassen. Er engagiert sich bei der Organisation «Ja zum Leben» und für «natürliche Familienplanung». Bei der Regierungswahl 2006 erreichte er rund 850 Stimmen, bei der Wahl 2008 gut 120. Für die neuste Initiative für ein Abtreibungsverbot ist er trotzdem zuversichtlich. Bis zu seinem 70. Geburtstag im August 2014 wollen er und das Initiativkomitee 100‘000 Unterschriften gesammelt haben.