Der St.Galler Stiftsbezirk soll mehr Schutz und Pflege bekommen

Die Regierungen des Kantons und der Stadt St.Gallen sowie des katholischen Konfessionsteils haben eine Vereinbarung unterzeichnet. Damit verpflichten sie sich, das Weltkulturerbe Stiftsbezirk St.Gallen zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Tafel Welterbe vor Kloster St.Gallen

Bildlegende: Der St.Galler Stiftsbezirk und die bekannte Kathedrale sind seit 1983 im Unesco-Inventar der Weltkulturgüter. SRF

Die Träger des Weltkulturerbes erarbeiten nun einen sogenannten Managementplan. Darin soll festgelegt werden, wer welche Aufgaben übernimmt und wie der Stiftsbezirk weiterentwickelt werden kann. Neben dem Erhalt ist auch die Nutzung zentral. So wollen die Beteiligten unter anderem die Forschung und die Vermittlung intensivieren. Ebenfalls soll geklärt werden, wie die Bestände der Stiftsbibliothek vor dem Zerfall geschützt werden können.

Der St.Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin, Regierungsrat Martin Klöti und Administrationsratspräsident Hans Wüst.

Bildlegende: Der St.Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin, Regierungsrat Martin Klöti und Administrationsratspräsident Hans Wüst. SRF

Die Unesco verlangt bereits seit zehn Jahren einen Managementplan. Verantwortlich für die Umsetzung ist der Verein Weltkulturerbe Stiftsbezirk St.Gallen. Die Arbeiten beginnen in diesen Tagen und sollten bis in einem Jahr abgeschlossen sein. Die Projektarbeiten kosten insgesamt 150'000 Franken; je 15'000 Franken steuern Stadt und Konfessionsteil bei, 120'000 Franken sollen dem Lotteriefonds des Kantons entnommen werden.

Ohne Managementplan sei das Label «Unesco-Weltkulturerbe», das der Stiftsbezirk St.Gallen 1983 erhielt, in Gefahr. Die Exekutivvereinbarung bilde den Rahmen, um den einzigartigen Stiftsbezirk dauerhaft als Weltkulturerbe zu sichern.

Klosterbezirk

Bildlegende: Der Klosterbezirk Google Earth

Das Weltkulturerbe umfasst neben Baudenkmälern und archäologischen Denkmälern auch die Kulturgüter der Stiftsbibliothek und des Stiftsarchivs. Im Managementplan soll auch eine Schonzone rund um den Stiftsbezirk festgelegt werden. Fernziel der Vereinbarung ist die Aufnahme in das Haager-Abkommen, in dem wichtige Kulturgüter geschützt werden. Erste Vorarbeiten dazu hat Andreas Kränzle in den vergangenen zwei Jahren geleistet. Er betreute das Projekt «Verstärker Schutz für den Stiftsbezirk», nun wird er mit der Ausarbeitung des Managementplanes beauftragt.