Der Thurgau möchte bei den Deutschen mitreden

In Deutschland wird ein neues Gesetz zur Suche nach einem Lager für radioaktive Abfälle diskutiert. In der Debatte kam auch ein Standort an der Schweizer Grenze, nah beim Thurgau zur Sprache. Sollten die Pläne konkreter werden, möchte die Thurgauer Regierung in die Diskussion mitinvolviert werden.

Atomfässer

Bildlegende: In Deutschland werden Standorte für Atommüll diskutiert. Einer darunter könnte auch den Thurgau betreffen. Keystone

Die Diskussion in Deutschland steht noch ganz am Anfang. Deshalb zeigt sich der Thurgauer Baudirektor Jakob Stark noch sehr gelassen. Wie er gegenüber der Sendung Regionaljournal Ostschweiz von SRF1 sagt, beobachte er die Diskussion in Deutschland und falls die Pläne konkreter würden, wolle er ein Wort mitreden und dabei dasselbe Recht geniessen wie die Deutschen beim Projekt Zürich-Nord-Ost.

Im Gegensatz zum Kanton ist der Bund in Deutschland bereits vorstellig geworden. Wie die NZZ schreibt, hat das Bundesamt für Energie das Gespräch mit deutschen Vertretern gesucht, um auf die Notwendigkeit einer Schweizer Beteiligung bei der Standortauswahl hinzuweisen.

Der mögliche Standort in Deutschland liegt ganz nahe am diskutierten Schweizer Standort Zürich Nord-Ost bei Benken. Der Thurgauer Regierungsrat Jakob Stark sagt auf Anfrage, dass die Idee eines gmeinsamen Endlagers mit Deutschland durchaus diskutierbar sei. Allerdings werde dieser Punkt nicht prioritär behandlet.