Deutsche Rüben für Schweizer Zucker?

Die Zuckerfabriken haben dieses Jahr deutlich weniger Zuckerrüben verarbeitet als letztes Jahr. Dies lag am Wetter. Aber auch immer weniger Bauern sind bereit, für tiefe Preise Zuckerrüben anzubauen. Die Zuckerfabriken hoffen auf deutsche Produzenten.

Zuckerrüben werden abgeladen

Bildlegende: Bauern aus dem süddeutschen Raum könnten nur punktuell helfen, dass die Fabriken genügend ausgelastet sind. Keystone

In diesem Jahr verarbeiteten die beiden Zuckerfabriken 1,4 Millionen Tonnen Zuckerrüben. Das ergab etwas über 230'000 Tonnen Zucker. Im aussergewöhnlichen Rekordjahr 2014 haben die beiden Fabriken 1,95 Millionen Tonnen Zuckerrüben zu gut 300'000 Tonnen Zucker verarbeitet.

Die Schweizer Zucker AG verarbeitet als einziges Unternehmen in der Schweiz Zuckerrüben. Chef ist Guido Stäger. Er blickt in eine anspruchsvolle Zukunft. Denn: der Zuckerpreis ist tief. Für eine Tonne Zuckerrüben gibt es rund 60 Franken, das sind 20 Franken weniger als noch vor ein paar Jahren. Weltweit gibt es zu viel Zucker, so dass auch der heimische Zucker zu tiefen Preisen gehandelt werden muss. Dies ist für einige Landwirte nicht mehr tragbar. Sie geben die Produktion auf.

Blick über die Grenze

Zuckerrüben können nicht beliebig weit zu den Fabriken transportiert werden. Trotzdem prüft Guido Stäger im Moment, ob es im süddeutschen Raum Produzenten gibt, die Zuckerrüben anbauen und punktuell aushelfen könnten: «Natürlich wäre das dann nicht Schweizer Zucker. Da gibt es also noch viele Fragen, die man klären muss», so Guido Stäger. Bisher sei es eine Idee.

Trotz des Rückgangs der Produzenten blickt er halbwegs zuversichtlich auf das nächste Jahr. Es gäbe ständig Umverteilungen, so dass gewisse Produzenten in einem Jahr mehr produzieren, als in anderen Jahren.

Konventioneller Zuckerrüben-Anbau:


2015


2014


Werk FrauenfeldAnzahl PflanzerFläche haLiefermenge Anzahl PflanzerFläche haLiefermenge
St. Gallen
5012510'1816215812'528
Thurgau7712567222'1098252695231'247
Graubünden51410088241773