Die Antithese zum sozial isolierten Gamer

In der Ostschweiz zieht es Computerspieler vermehrt nach draussen. Zusammen wandern sie durch die Gegend um ein virtuelles Spiel in der Realität zu spielen. Auf Streifzug mit einer neuen Generation von Gamern.

Die Gruppe zieht durch die Strassen von St. Gallen. Ihr Telefon haben sie immer im Blick.

Bildlegende: Die Gamer-Gruppe auf ihrem Streifzug durch St. Gallen. Die Kabel in die Jackentasche führen zum Nachlade-Akku. SRF

Reto (33) hat seit Anfang Jahr elf Kilos abgenommen. Er unternimmt mehr, lernt die Schweiz kennen und hat neue Freunde. Der Grund ist ein neues Computerspiel von Google, das bereits auf mehreren tausend Handys auf der ganzen Welt läuft. Das Spiel mit dem Namen «Ingress» verlangt die soziale Interaktion der Gamer in der realen Welt.

An diesem regnerischen und windigen Sonntag ist eine kleine Gruppe von Ostschweizer Gamern zu fünft unterwegs. Eingekleidet in Winterjacke und Sportschuhen und ausgerüstet mit zusätzlichen Akkus und vielen Zigaretten gehen sie los, um virtuelle Festungen des Gegners zu zerstören und selbst zu besetzen.

Das Google-Spiel widerlegt das Klischee eines Computerspielers. Sozial isoliert seien diese, sportlich untätig und lebten abgekoppelt von der Realität. Auf dem Streifzug durch St. Gallen zeigt sich das Gegenteil, auch wenn das Spiel zur Sucht werden kann.