Die Ostschweiz verliert einen stillen Schaffer

Am Samstag wird Erich Walser, der Verwaltungsratspräsident der Versicherungsgesellschaft Helvetia, beerdigt. Walser hatte in der Wirtschaft einen grossen Namen, regional, aber auch national. Bei allen Erfolgen, die er vorweisen konnte: Er galt als stiller Schaffer und bescheidener Mensch.

Eine Nahaufnahme von Erich Walser.

Bildlegende: Erich Walser genoss allenthalben einen guten Ruf. Keystone

«Erich Walser war die Antithese zum modernen Manager.» Dies sagt Kurt Weigelt, Direktor der Industrie- und Handelskammer St. Gallen Appenzell. Walser habe nie das Rampenlicht gesucht, sondern sei immer bescheiden geblieben - auch wenn er wirtschaftlich Enormes geleistet habe. «Er ist nicht nur einer der prägenden Köpfe in der Ostschweizer Wirtschaft gewesen, sondern auch national.»

Fürsorge für Mensch und Unternehmen

Erich Walser ist vergangene Woche im Alter von 68 Jahren gestorben. Er war nicht nur Verwaltungsratspräsident der «Helvetia», sondern auch von «Huber + Suhner» in Herisau.

Er habe die strategische Ausrichtung der Helvetia-Versicherungen mit grossem Geschick geleitet, sagt Peter Gomez, ehemaliger Rektor der Universität St. Gallen. Aber nicht nur grosse Sachkompetenz habe Walser ausgezeichnet. «Seine Arbeit war von Fürsorge für Unternehmen und Mitarbeiter geprägt. Eine seltene Eigenschaft unter modernen Managern», sagt Gomez.

Auch für die Stadt St. Gallen war Erich Walser von Bedeutung. Einerseits, weil der Hauptsitz der «Helvetia» in der Stadt St. Gallen angesiedelt sei, sagt Stadtpräsident Thomas Scheitlin. «Aber auch, weil Walser sich zusammen mit der Helvetia kulturell stark engagierte, etwa bei den St. Galler Festspielen.»