«Die Ostschweizer Hotellerie steckt in der Krise»

Die Ostschweiz hat im Sommer einen herben Verlust bei den Logiernächten hinnehmen müssen. Das Minus beträgt 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Fachleute machen das wirtschaftlich angespannte Umfeld und den starken Franken verantwortlich. Der Ausweg aus der Krise: Gäste aus anderen Kontinenten.

Zimmerschlüssel im Hotel

Bildlegende: In der Ostschweiz haben die Logiernächte abgenommen Keystone

Die Schweizer Hotellerie verzeichnete in der Sommersaison insgesamt 20 Millionen Logiernächte - das sind 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Weitaus stärker ist der Rückgang in der Ostschweiz mit 6,5 Prozent. Allein im Kanton St. Gallen gab es rund 45'000 Übernachtungen weniger.

Von den Anderen lernen

Vermehrt ferngeblieben sind der Schweiz die europäischen Touristen. Deutschland verbuchte mit einem Minus von 358'000 Logiernächten (-15 Prozent) die deutlichste Abnahme aller Herkunftsländer. Gäste aus anderen Kontinenten legten dagegen zu. China beispielsweise mit rund 260'000 Logiernächten (+37 Prozent), wie aus den neusten Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervorgeht.

«Die Ostschweizer Hotellerie steckt insgesamt in einer Krise», sagt Frank Bumann, Sprecher der Ostschweizer Tourismusdestinationen. Aber er sieht auch Auswege. Andere Tourismusdestinationen hätten vorgemacht, dass mit Gästen aus dem asiatischen Raum die Wende geschafft werden könne.

«Wir müssen uns ebenfalls vermehrt internationalisieren», sagt Bumann. Das heisst, nicht mehr vorwiegend auf Gäste aus Europa setzen, sondern andere Kontinente wie etwa Asien bewirtschaften. Der Grund für die Neuorientierung liege auf der Hand. Die Gäste aus anderen Kontinenten würden den starken Franken weniger spüren wie diejenigen aus Europa.

Logiernächte (Mai bis Oktober 2015)

Quelle: Bundesamt für Statistik
Tourismusregion
Anzahl Logiernächte
Veränderung zum Vorjahr
Region Zürich
3'260'447+4.5 Prozent
Luzern / Vierwaldstättersee
2'266'326+4.0 Prozent
Berner Oberland
2'263'349+2.3 Prozent
Graubünden2'068'130-7.8 Prozent
Wallis1'739'866-2.7 Prozent
Tessin1'569'440-6.8 Prozent
Ostschweiz1'113'387-7.8 Prozent
Jura & Drei-See-Land
449'356-2.7 Prozent