Die Papstwahl polarisiert in St. Gallen

Während der St. Galler Bischof und Präsident der Schweizer Bischofskonferenz Markus Büchel erfreut ist über die Wahl des neuen Papstes, sind die Stimmen aus der St. Galler Bevölkerung kritischer.

Das Klosterbezirk in St. Gallen

Bildlegende: Die Glocken der Kathedrale erklangen zur Wahl des neuen Papstes. Keystone

«Ich bin entsetzt, dass der neue Papst schon wieder so alt ist», sagt eine Frau in der Umfrage der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF1. Das Alter des 76jährigen Argentiniers Jorge Mario Bergoglio hatte bereits kurz nach der Wahl des neuen Papst Franziskus viel zu reden gegeben.

Hingegen zeigen sich viele der Befragten erfreut über die Herkunft des neuen Papstes. «Es ist gut, dass es nicht wieder ein Europäer ist, sondern ein Vertreter der Kirche in Lateinamerika», so ein älterer Herr. Auch die Verbindung des Papstes zum Jesuiten-Orden beurteilen die Befragten als positiv.

Bislang war Bergoglio Erzbischof von Buenos Aires. Er gilt als konservativ, ist aber auch für seinen Einsatz für sozial Schwache bekannt und wird oft Anwalt der Armen genannt. Die 115 Kardinäle des Konklave benötigten fünf Wahlgänge, um den Nachfolger für den zurückgetretenen Papst Benedikt XVI. mit der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit zu wählen.

Der St. Galler Bischof Markus, der gleichzeitig auch Präsident der Schweizer Bischofskonferenz ist, zeigt sich erfreut über die Wahl des neuen Papstes. Seine Antrittsrede habe ihn gerührt. Er kenne den Papst nicht persönlich, so Büchel. Er habe keine Angst, dass Schweizer Interessen untergehen könnten, weil der neue Papst kein Europäer ist.

Bischof Büchel zur Papstwahl