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Ostschweiz Die Pizza über die Grenze müssen Sie jetzt selber holen

Pizza-Lieferungen aus Deutschland ins Schweizer Grenzgebiet müssen am Zoll künftig wieder ordnungsgemäss angemeldet werden. Die Oberzolldirektion in Bern hat dem einige Zeit geduldeten kleinen Pizza-Grenzverkehr den Riegel geschoben.

Pizza/ Grenztafel im Hintergrund.
Legende: Selber holen geht weiterhin ohne Formalitäten. Keystone

Pizzen, und mit ihnen andere zubereitete Nahrungsmittel wie Kebab, Thai-Food oder Sushi, die von Deutschland in die Schweiz geliefert werden, müssen laut Gesetz am Zoll als Handelsware deklariert werden.

Der Schweizer Zoll drückte allerdings in letzter Zeit beide Augen zu und liess die deutschen Pizzakuriere ihre Ware ohne Papierkrieg in die Schweiz einführen. Dies führte dazu, dass sich deutsche Unternehmen in Grenznähe zum Teil spezifisch auf Schweizer Kundschaft ausrichteten.

Schweizer Liefernaten benachteiligt

Nach monatelangen Gesprächen mit der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee (IHK) schob die Eidgenössische Zollverwaltung dem sogenannten kleinen "Pizza-Grenzverkehr" aus Deutschland nun allerdings den Riegel. Mit ein Grund sei die Wettbewerbsverzerrung gegenüber den Schweizer Anbietern.

Die IHK wurde entsprechend informiert, wie die Oberzolldirektion am Freitag bestätigte. Die IHK Hochrhein-Bodensee zeigte sich in einer Mitteilung über den Schweizer Entscheid enttäuscht. Da die grösste Nachfrage nach Pizza-Bestellungen am Abend bestehe, also ausserhalb der Öffnungszeiten des Zollamts, komme die Praxis einem Exportverbot gleich.

Selber holen kein Problem

Die IHK weist in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass Schweizer Kunden ihre Pizza auf der deutschen Seite zu jeder Tages- und Nachtzeit abholen können. Wer in Deutschland gekaufte Pizzen privat in die Schweiz mitnimmt, kommt mit Privatware über die Grenze und muss diese bis zu einer bestimmten Menge nicht anmelden.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von p.keller, kirchberg
    Gibt's als Essen nur noch Pizza, geht's im Urlaub höchstens nach Ibiza.
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Neustadt
    Wäre auch mal an der Zeit, wenn die Schweiz wie bei den kleinen Pizzabäckern genauso mit Schwarzgeld, Steuerbetrügern, Steuerflüchtlingen und sonstigen Gaunereien verfahren würde, da aber ist die Schweiz durchlässig und löchrig sprichwörtlich noch mehr als ein Schweizer Käse. Aber bei traditioneller Gier und Ruchlosigkeit wird man man da bis zum St.Nimmerleinstag warten müssen.
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Neustadt
    ....diese bürokratische Kleinkariertheit der Eidgenossen sollte die EU in Sachen künftiger '"Bilateraler" (sofern die EU überhaupt über persönliche Freizügigkeit verhandeln will, was unwahrscheinlich ist) als Maßstab anlegen. NB: Zahlte kürzlich in der Schweiz für eine Pizza unter aller Kanone und einem Getränk ca. 40 CHF. Eine nicht zu überbietende Unverschämtheit! Für sowas zahle ich in Deutschland vergleichsweise maximal nicht mal die Hälfte.
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    1. Antwort von Bruno Vogt, Zürich
      Ja Hr. Chauvet, ich weiss ja nicht wo sie eine solch teure Pizza gefunden haben aber wirklich Mitleid mit ihnen habe ich nicht, wenn sie bereit waren so viel Geld für eine Pizza und ein Getränk auszugeben. Eine Verknüpfung mit der Personenfreizügigkeit und dem Pizza Kurierdienst herzustellen ist doch recht absurd. Sehen sie es doch einmal von der positiven Seite, ihre deutschen Mitbürger in Konstanz müssen sich jetzt weniger lang gedulden wenn sie eine Pizza beim Kurier bestellt haben.
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