Die politische Ostschweiz darbt

Kein Bundesrat, keine Parteipräsidentin, kein Fraktionschef. Die Ostschweiz verliert in Bern an Öffentlichkeit und Einfluss. Jetzt wollen Parlamentarier Gegensteuer geben.

Einblick in den Nationalratssaal im Bundeshaus

Bildlegende: Die Ostschweiz dürfe ihren Einfluss in Bern nicht noch mehr verringern lassen, fordern Ostschweizer Politiker Keystone

Mit dem Rücktritt von Toni Brunner als Präsident der SVP Schweiz verliert die Ostschweiz eine weitere Stimme, welche gesamtschweizerisch Gewicht hat. Zuvor verlor die Ostschweiz mit dem Rücktritt von Eveline Widmer Schlumpf ihren Sitz im Bundesrat. Heinz Brand von der Bündner SVP schaffte den Sprung aufs Bundesratsticket nicht, die St.Galler SP-Nationalrätin Barbara Gysi ihrerseits wurde als Fraktionspräsidentin nicht gewählt.

Ostschweizer sollen sich nach vorne drängen

Diese jüngsten Beispiele zeigen: Die Ostschweiz verliert gesamtschweizerisch an Gewicht. Sie existiert weder im Bundesrat noch bei den grossen Schweizer

Parteiexponenten. Der St.Galler Alt-Nationalrat und Wirtschaftsprofessor Franz Jaeger verlangt deshalb, dass sich heutige Ostschweizer Politiker «stärker nach vorne drängen und ins Rampenlicht setzen.»

Region mit Nachholbedarf

Die öffentliche Präsenz der Politikerinnen und Politiker sei nicht matchentscheidend, sagt hingegen SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel. Wichtig sei, dass die Arbeit in den Kommissionen gut gemacht werde, auch da gebe es genügend Gelegenheit, die Ostschweiz einzubringen. Dem widerspricht Nationalrätin Barbara Gysi. Die nationale Präsenz sei wichtig. Es sei nötig, dass die Ostschweiz immer wieder in den Fokus rücke. Da habe die Region Nachholbedarf.