Die Rhema ist insolvent

In der Kasse der Genossenschaft Rheintalmesse, kurz Rhema, fehlen 800'000 Franken. Gut 400'000 Franken soll der Geschäftsführer durch ein «undurchsichtiges Investment» verspekuliert haben. Der Verwaltungsrat hat den Geschäftsführer entlassen. Dieser hat sich selbst angezeigt.

Die Zeltstadt der Rheintalmesse von oben.

Bildlegende: Die Rheintalmesse bezeichnet sich selbst als grösste Regionalmesse der Ostschweiz. zvg

Der Geschäftsführer und gleichzeitig Präsident des Verwaltungsrats, Kurt Wettstein, habe seine Kompetenzen überschritten und «undurchsichtige Investitionen» veranlasst, sagt Joos Clément vom Verwaltungsrat. 420'000 Franken gingen dabei verloren.

Geschäftsführer Kurt Wettstein seinerseits sagt, für den Verwaltungsrat seien seine Transaktionen immer nachvollziehbar gewesen, in der Buchhaltung sei «alles transparent verbucht». Er habe sich selbst angezeigt, damit die Vorgänge sauber aufgearbeitet werden könnten, so Wettstein. Wegen der laufenden Untersuchungen nehme er zu den Investitionen keine Stellung.

Die finanzielle Schieflage der Rhema sei ausserdem auf die stark defizitäre Messe des laufenden Jahres zurückzuführen, sagt Wettstein weiter. Der Verlust beträgt 380'000 Franken.

Der Anwalt der Rhema wird laut Verwaltungsrat Joos Clément noch diese Woche die Bilanz beim Insolvenzrichter deponieren. Die insgesamt 800'000 Franken seien aber vermutlich verloren, die Rhema könne keine Rechnungen mehr bezahlen.

2014 soll es trotzdem eine Rhema-Ausgabe geben. Mitte August wolle man eine neue Trägerschaft für die Messe vorstellen. Die Rhema ist gemäss eigenen Angaben mit 80'000 Besuchern und 300 Ausstellern die grösste Regionalmesse der Ostschweiz.