Die Südostbahn will wachsen

Die Verantwortlichen der Südostbahn wollen ab 2016 die Gotthard-Bergstrecke betreiben. Ein erstes Konzept wurde vom Bund zwar kritisiert. Dieses wollen die SOB nun aber nachbessern. Dies sei eine einmalige Chance, sagt SOB-Verwaltungsratspräsident Hans Altherr auf Anfrage.

Zug auf der Gotthardlinie

Bildlegende: Nicht nur die SBB, auch die SOB möchte die Gotthard-Bergstrecke betreiben. Keystone

«Wir haben in vielen Bereichen die kritische Grösse nicht und würden darum gerne wachsen», begründet Verwaltungsratspräsident Hans Altherr die intensiven Bemühungen der Südostbahn. Da die Schweiz schon so gut erschlossen sei, gebe es nicht viele solche Gelegenheiten.

Darum wollen die Verantwortlichen ihr erstes Konzept nachbessern. Dieses wurde vom Bundesamt für Verkehr kritisiert, da noch zu viele Fragen offen geblieben seien. «Die Anschlüsse an das nationale Bahnnetz oder die Frage, wie viel die öffentliche Hand an diese Verbindung zahlen müsste, sind ungeklärt», sagt Andreas Windlinger vom Bundesamt für Verkehr.

Die SOB ist nicht die einzige Interessentin für den Betrieb der Gotthard-Bergstrecke. Auch die SBB haben ihr Konzept beim Bund eingereicht. Die SBB betreiben schon heute diese Strecke. Diese hat «enormes touristisches Potential», begründen die SBB ihr Interesse in der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF.

Im Dezember 2016 wird der Gotthard-Basistunnel eröffnet. Dies verkürzt die Fahrzeit von der Innerschweiz ins Tessin um eine halbe Stunde. Nicht alle Passagiere müssen aber in Zukunft durch den Gotthard-Basistunnel. Die Gotthard-Bergstrecke wird weiterhin betrieben - entweder von der SOB oder von der SBB. Wann der Entscheid fällt, ist offen.