Ein anspruchsvolles Stellenprofil für den Landeshauptmann

Landeshauptmann heisst der Land- und Forstwirtschaftsdirektor des Kantons Appenzell Innerrhoden. Ende April tritt der amtierende Landeshauptmann Lorenz Koller zurück. Auf den neuen Landwirtschaftsdirektor wartet ein anspruchsvolles Stellenprofil.

Bauern an Viehschau

Bildlegende: Nur Appenzell Innerrhoden kennt einen «Regierungsrat der Bauern». Ende April wird der Landeshauptmann gewählt. Keystone

Nur im Kanton Appenzell Innerrhoden haben die Bauern einen eigenen Regierungsrat, in allen anderen Schweizer Kantonen ist die Landwirtschaft anderen Bereichen untergeordnet. Der Landeshauptmann, so wird der Landes- und Forstwirtschaftsdirektor bezeichnet, hat deshalb bei den Bauern einen hohen Stellenwert. Ein ungeschriebenes Gesetz besagt sogar, dass der Sitz den Bauern gehört und deshalb von einem Landwirt ausgefüllt werden soll.

Entsprechend wichtig sei es, dass der Landeshauptmann viel von der aktuellen Landwirtschaftspolitik verstehen soll, so Bruno Inauen, Departementssekretär der Land- und Forstwirtschaftsdirektion. Bauer Roman Büchler pflichtet bei. Er erhofft sich vom neuen Landeshauptmann ein «offenes Ohr» für die Anliegen des Bauernstandes.

Der amtierende Landeshauptmann Lorenz Koller, ein studierter Agronom, tritt auf die Landesgemeinde Ende April zurück. Interesse an einer Nachfolge haben die drei Innerrhoder Bauern Ruedi Eberle, Sepp Neff und Stefan Müller.

Landwirtschaft in Zahlen

Im Kanton Appenzell Innerrhoden arbeiten 1169 Personen in der Landwirtschaft. 440 Betriebe erhalten vom Bund Direktzahlungen, insgesamt gibt es 550 Bauernhöfe. Die meisten Höfe bewirtschaften eine Fläche zwischen 11 und 20 Hektar. In den vergangenen zehn Jahren sind rund hundert Betriebe verloren gegangen.