«Ein Präventionshaus für die Ostschweiz»

Vor 30 Jahren wurde die Aidshilfe St. Gallen gegründet, welche seit rund 25 Jahren auch in Appenzell tätig ist. Heute heisst die Aidshilfe «Fachstelle für Aids- und Sexualfragen». Und so wie sich der Name geändert hat, haben sich auch die Aufgaben und das Zielpublikum verändert.

Vor 30 Jahren wurde die «Aidshilfe St. Gallen» als Selbsthilfeorganisation von Betroffenen gegründet. Schon fünf Jahre später wurde eine professionelle Geschäftsleitung eingestellt und 1990 folgten die Leistungsvereinbarungen mit den Kantonen St. Gallen und beiden Appenzell.

Mit den Jahren sei die «Aidshilfe St.Gallen-Appenzell» zu einer wichtigen Institution in der Aids-Prävention geworden, sagt die heutige Geschäftsleiterin Myshelle Baeriswyl gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz» auf SRF1.

Aus dem Hilfsangebot wurde eine Fachstelle

Baeriswyl führt die Stelle unter dem neuen Namen «Fachstelle für Aids- und Sexualfragen» seit zwei Jahren. Die Namensänderung wurde vor 15 Jahren vollzogen. In jener Zeit, als die Medikamente gegen das HI-Virus auf den Markt kamen. Das Virus führte nicht mehr zum Tod, HIV-positive Menschen durften wieder eine normale Lebenserwartung haben. Die Angst vor Aids sei dadurch eingedämmt worden und die Fachstelle habe sich ein neues Aufgaben-Feld suchen müssen, meint Baeriswyl.

«  Das Kondom ist der Königsweg zur Prophylaxe. »

Myshelle Baeriswyl
Leiterin Fachstelle für Aids- und Sexualfragen St. Gallen-Appenzell

Aus der «Aidshilfe» wurde die «Fachstelle für Aids- und Sexualfragen» und sie weitete ihren Tätigkeitsbereich auf die Schulen aus. Heute gehöre die Sexualpädagogik zum festen Standbein der Fachstelle. Die Schulen, die Eltern und die Jugendlichen würden dieses Angebot gerne in Anspruch nehmen, sagt Myshelle Baeriswyl. Und so dürfte aus der «Fachstelle für Aids- und Sexualfragen» vielleicht schon bald eine «Fachstelle für sexuelle Gesundheit» werden.

In Zukunft möchte die Geschäftsleiterin mit andern Präventionsstellen aus der Region, wie beispielsweise dem ZEPRA, dem Zentrum für Prävention, enger zusammenarbeiten. Sie kann sich sogar ein «Präventionshaus» vorstellen. «Das wäre wegweisend für die ganze Schweiz», ist Myshelle Baeriswyl überzeugt.

30 Jahre - die wichtigsten Eckpunkte

  • 1985 als Selbsthilfeorganisation von Betroffenen gegründet
  • 1990 Einstellung einer professionellen Geschäftsleitung
  • Seit 1990 Leistungsvereinbarung mit den Kantonen SG, AR und AI
  • 1994 erstes Lehrmittel zu «Freundschaft, Liebe, Sexualität und Aids»
  • 1997 Aids-Gala
  • 2000 Produktion des Lehrmittels «beziehungsweise»
  • 2000 Änderung des Namens zu «Fachstelle für Aids- und Sexualfragen»
  • 2005 erstmalige Erhöhung der kantonalen Subventionen
  • 2007 Lehrmittel «Glaubsch an Storch»
  • 2013 Einstellung der Zeitschrift Dialog, neu Dialog Blog online
  • 2013 Wahl einer neuen Geschäftsleitung
  • 2014 Aufwertung des Bereichs MSM (Männer, die Sex mit Männern haben) mit 50 Stellenprozenten
  • 2015 30-Jahr-Jubliläum