Einbruchserie am Bodensee: Jungpartei droht mit Bürgerwehr

Der Kanton St. Gallen war im letzten Jahr ein beliebtes Pflaster für Einbrecher. Nun greift die Junge SVP das Thema auf und fordert in einem Vorstoss eine Polizeiaufstockung. Damit aber noch nicht genug: Die Jungpartei droht bei Ablehnung des Vorstosses mit einer Bürgerwehr.

Eingeschlagene Scheibe

Bildlegende: Eine Aufstockung des Polizeikorps soll weitere Einbruchswellen in St. Gallen verhindern. Symbolbild Keystone

Die Zahl der Einbrüche im Kanton St. Gallen ist im letzten Jahr um 20 Prozent gestiegen. Das ruft die Junge SVP auf den Plan: Sie fordert eine Aufstockung des Polizeicorps und damit eine erhöhte Polizeipräsenz in den betroffenen Grenzregionen im Rheintal und am Bodensee. Dazu will die Jungpartei einen Vorstoss einreichen.

Ein normales Vorgehen einer Partei. Nur: Die Junge SVP geht noch einen Schritt weiter. Sie droht mit der Gründung einer Bürgerwehr, sollte das Kantonsparlament den Vorstoss ablehnen.

«  Eine Bürgerwehr lehnen wir grundsätzlich ab. »

Bruno Zanga
Kommandant Kantonspolizei St. Gallen

Bei der St. Galler Kantonspolizei stösst die Idee einer Korpsaufstockung auf offene Ohren. «Grundsätzlich kommt uns diese Forderung sehr entgegen», sagt Polizeikommandant Bruno Zanga gegenüber dem «Regionaljournal» von SRF 1. Allerdings könne nicht nur die Polizeipräsenz erhöht werden. Auch andere Dienste bräuchten mehr Personal.

Die Gründung einer Bürgerwehr lehnt Zanga hingegen klar ab. «Es ist wichtig, dass der Bürger aufmerksam ist und bei einem Verdacht sofort die Polizei alarmiert.» Bei einer Bürgerwehr hingegen würden sich unqualifizierte Personen unnötig in Gefahr begeben, so Bruno Zanga weiter.