Eine «Freundin auf Zeit» für die Geburt

Die gebärende Frau, ihr Partner, die Hebamme und eine Ärztin oder ein Arzt – in der Regel sind dies die Anwesenden bei einer Geburt im Spital. Der Verband «Doula CH» macht eine weiteres Angebot: Auf Wunsch begleitet eine «Doula» die Frau oder das Paar.

Fabienne Zenger, Caroline Zwahlen und Aline Eicher (v.l.)

Bildlegende: Fabienne Zenger, die junge Mutter Caroline Zwahlen und die Hebamme Aline Eicher in der Klinik Münsterlingen (von links). SRF

Die Bezeichnung «Doula» lehnt an das altgriechische Wort für «Dienerin der Frau» an. Und so versteht sich Fabienne Zenger auch. Die zweifache Mutter aus Bürglen TG befindet sich gerade in der Ausbildung zur «Doula». Nachdem sie eine Kollegin bei der Geburt begleitet hatte, ist sie auf das Ausbildungsangebot gestossen.

«Eine Geburt ist ein wichtiges Erlebnis im Leben einer Frau», sagt Zenger. «Und ich empfinde es als Privileg, eine Frau oder ein Paar dabei zu unterstützen, dass es auch ein schönes Erlebnis wird.» Die Begleitung durch eine «Doula» beinhaltet Gespräche und einen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr zwei Wochen vor und nach dem Geburtstermin.

Der Rest richtet sich nach den Bedürfnissen der Gebärenden oder des Paares. «Zum Beispiel dem nervösen Vater erklären, was bei der Geburt gerade passiert», sagt Zenger, «die Frau massieren, einfach liebevoll begleiten.»

Gedacht ist das Angebot auch für Frauen, die lieber ohne ihren Partner gebären wollen und auch nicht die Freundin, Schwester oder Mutter dabei haben möchten. Manchmal brauche es eben eine Begleiterin mit etwas mehr Distanz, eben eine Freundin auf Zeit.