Eine ganz normal durchgedrehte Familie

Dani Levy erzählt in seinem neuen Film «Die Welt der Wunderlichs» von einer veritablen Chaos-Familie. Diese unternimmt einen Roadtrip von Deutschland über den Thurgau nach Zürich. Dabei geht es um verletzte Gefühle, Eifersucht, um nicht realisierte Träume und eine dysfunktionale Familie.

In der Hauptrolle von Mimi Wunderlich steht die alleinerziehende Mutter kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Mal wieder wird sie wegen ihres hyperaktiven Sohnes in die Schule beordert. Der Siebenjährige hat eine Lehrerin in einen Schrank gesperrt.

Die schmal gebaute Mimi aber muss noch mehr schultern: Ihr Vater ist manisch-depressiv und spielsüchtig, Mimis Ex-Mann ein völlig abgewirtschafteter Musiker, der seinen Sohn sträflich vernachlässigt. Sorgen machen muss sich Mimi zudem um ihre hoch theatralische Mutter, die ihrer Zeit als Schlagersängerin nachtrauert.

«  Wir sind nicht interessant, wir sind Psychos »

Mimi Wunderlich
Hauptdarstellerin «Die Welt der Wunderlichs»

Mit dieser Aussage bringt Mimi den Zustand ihrer Familie in einem besonders verzweifelten Moment auf den Punkt. Da kommt die Einladung zu einer Schweizer Casting-Show - Mimi kann wunderbar singen - gerade recht: vielleicht Mimis letzte Chance, sich endlich von ihrer Familie zu emanzipieren und einen Traum zu verwirklichen.

Gegen Mimis Willen unternimmt die ganze Familie diese Reise in die Schweiz in Angriff.