Es gibt auch sinkende Sozialhilfekosten

Die Gemeinde Münchwilen hat ihre Ausgaben für die Sozialhilfe um zehn Prozent auf rund eine halbe Million Franken senken können. Der Grund dafür ist unklar. Möglicherweise ist das bessere Resultat auf Optimierungen zurückzuführen. Vielleicht ist es aber auch einfach nur Zufall.

Ein Mann zählt Geldscheine ab.

Bildlegende: Münchwilen hat dieses Jahr weniger für die Sozialhilfe ausbezahlt. Keystone

Münchwilen führt keinen Kuschelkurs mit Sozialhilfebezügern. «Wir haben eine restriktive Praxis mit Sozialhilfebzügern», sagt Gemeindeammann Guido Grütter.

Wer beispielsweise nicht arbeiten wolle, dem würden die Beiträge gekürzt. «Grosse Einsparungen lassen sich mit diesen Massnahmen aber nicht machen.»

«  Die Gemeinden müssen sich auch wehren, nötigenfalls bis vor Gericht. »

Guido Grütter
Gemeindeammann Münchwilen TG

Grössere und kostenintensive Sozialhilfefälle habe es in seiner Gemeinde in den vergangenen paar Jahren nicht gegeben. Das habe sich auf die Gesamtkosten ausgewirkt. Die Ausgaben für die Sozialhilfe seien aber nicht planbar. «Wenn die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) kommendes Jahr schwierige Fälle zu behandeln hat, kann das sofort auf die Gemeindekasse schlagen.»

Der Münchwiler Gemeindeammann hält wenig von der gegenwärtigen, polemischen Diskussion rund um die Sozialhilfe. Diese beschränke sich auf krasse Einzelfälle, die an die Öffentlichkeit gezerrt würden.

Trotzdem ist er nicht mit allen Anordnungen der Kesb einverstanden. «Die Gemeinden dürfen die Massnahmen der Behörde nicht einfach als gegeben betrachten. Sie müssen sich auch wehren, nötigenfalls bis vor Gericht gehen.»