«Es gibt ein Leben nach der Politik»

Nach 14 Jahren als Landeshauptmann ist Lorenz Koller an der Landsgemeinde vom vergangenen Wochenende zurückgetreten. Ein Schlaganfall hat ihn im letzten Sommer gezwungen, kürzer zu treten. Eine schwierige Situation, denn Koller war gerne Landeshauptmann.

Landeshauptmann Lorenz Koller

Bildlegende: Kein einfacher Abschied: die letzte Landsgemeinde für Landeshauptmann Lorenz Koller. Keystone

Lorenz Koller hat die Landwirtschaftspolitik geprägt, als Präsident der Konferenz der kantonalen Landwirtschaftsdirektoren gehörte er «zu den ganz grossen Strippenziehern», wird Bauernverbandspräsident und Nationalrat Markus Ritter im «Schweizer Bauer» zitiert. Koller prägte die Agrarreformen 11-14 und 14-17 und setzte sich für die kleinen Kantone wie Appenzell Innerrhoden ein. «Die Kantone sollten gegenüber dem Bund und dem Bundesamt für Landwirtschaft härter und stärker auftreten», sagte er.

Vom studierten Agronomen zum Landeshauptmann

Lorenz Koller ist 1958 geboren und in Herisau aufgewachsen. Nach dem Gymnasium bildete er sich in Gonten, Maienfeld und am Plantahof zum Landwirt aus. Anschliessend studierte er am Technikum im bernischen Zollikofen Agronomie. Von 1992 bis 1996 war er stillstehender Hauptmann des Bezirks Rüte. 2001 wurde er an der Landsgemeinde zum Landeshauptmann gewählt. Lorenz Koller war Mitglied in zahlreichen Gremien – zum Beispiel im Vorstand des Schweizer Bauernverbandes, im Beirat der Olma-Messen oder in der Sortenorganisation Appenzeller Käse.

Gesundheitliche Gründe

Im Juni 2014 erlitt er einen Schlaganfall. Nach mehrwöchiger Rehabilitation kehrte er im Oktober wieder ins Amt als Landeshauptmann zurück. Anfang 2015 entschied er jedoch, aus gesundheitlichen Gründen zurückzutreten. «Es gibt auch ein Leben nach der Politik», sagt Koller. Er werde sich jetzt wieder auf seine Lehrtätigkeiten an den landwirtschaftlichen Schulen konzentrieren.