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Ostschweiz «Es ist immer noch ein Tabu, sich Hilfe zu holen»

Seit 50 Jahren hilft die Budget- und Schuldenberatung St. Gallen Menschen mit Geldproblemen. 1965 waren es rund hundert Fälle, nur Frauen, die Hilfe zu ihren Haushaltsbudgets suchten. Heute sind es knapp 400 Fälle, ein Drittel davon Männer, und die Beratungen drehen sich vor allem um Schulden.

Legende: Audio Interview mit Katharina Fortunato, Leiterin Budget- und Schuldenberatung St. Gallen abspielen. Laufzeit 04:42 Minuten.
04:42 min, aus Regi Ostschweiz vom 09.11.2015.

Im Mai 1965 boomt die Wirtschaft, Werbungen verlocken zu unnötigen Käufen. Immer mehr Menschen haben ihre Haushaltsbudgets nicht im Griff. Deshalb öffnet in St. Gallen die Haushaltsbudget-Beratungsstelle der Frauenzentrale. Kunden sind ausschliesslich Frauen, die den Lohn des Mannes verwalten.

Couvert-Trick

Eines der Hilfsmittel der Beratungsstelle ist der Couvert-Trick. Die Frauen sollen den Lohn in verschiedene Couverts aufteilen und nach Miete, Steuern, Krankenkasse und Freizeit sortieren. Dieser Trick wird auch heute noch verwendet. Nur arbeiten die Berater heute nicht mehr mit Couverts, sondern mit verschiedenen Bankkonten.

Trendwende

In den 80er-Jahren kamen mit der Gleichstellung der Frau immer mehr Männer auf die Beratungsstelle. Nun, mussten sie sich ebenfalls um die Budgetprobleme kümmern. Heute sind ein Drittel der Hilfesuchenden Männer. Auch sind es hauptsächlich Schuldenberatungen und weniger Budgetberatungen wie noch vor 50 Jahren.

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