Euro-Rabatt in Obersaxen ärgert andere Skigebiete

Die Bergbahnen Obersaxen verrechnen ausländischen Gästen, die bar bezahlen, weiterhin den vorteilhaften Eurokurs von 1.20 Franken. Die Konkurrenz in der Region hat keine Freude daran.

Ein Skilift im Kanton Graubünden.

Bildlegende: Das Skigebiet Obersaxen will günstiger sein für Touristen aus dem Euro-Raum: Skilift in Graubünden. Keystone

Das mittelgrosse Bündner Skigebiet Obersaxen gewährt Gästen aus dem Euro-Raum einen grosszügigen Rabatt. Die Bergbahnen rechnen bei Barzahlungen weiterhin mit einem Eurokurs von 1.20 Franken - statt mit nur rund einem Franken. Der Euro ist damit rund 20 Prozent mehr wert im Skigebiet Obersaxen. Für inländische Gäste gilt das Angebot nicht, weil diese ja keine Entwertung ihres Geldes erfahren hätten durch den Nationalbank-Entscheid, heisst es bei den Bergbahnen Obersaxen.

Die Konkurrenz in Graubünden und in der Ostschweiz freut sich nicht über die Aktion. Markus Meili von den Bergbahnen Engadin St. Moriz stört sich daran, dass die Gäste, die nicht aus dem Euroraum kommen, diskriminiert würden. Beim Skigebiet Flumserberg glaubt man, dass der Preis alleine nicht entscheidend sei. Man wolle deshalb weiterhin am Angebot arbeiten.

Alle gewähren grosse Rabatte

Aber trotz aller Kritik an Obersaxen gewährt auch die Konkurrenz den Gästen Rabatte, wo es möglich ist. Das Skigebiet Flumserberg rechnet derzeit noch mit einem Eurokurs von 1.10 Franken, rund 10 Prozent über dem Wechselkurs. Und mit Grossabnehmern wie ausländischen Busunternehmen, die die Flumserberge anfahren, wolle man verhandeln.

Die beiden grössten Bündner Skigebiete, St. Moriz und Davos, setzen auf bewährte Mittel: Sie kombinieren Unterkunft und Tagespässe und gewähren dabei grosse Rabatte gegenüber dem Einzelverkauf.