Födlebürger: Taufe statt Abschuss

St. Galler Fasnacht ohne die legendäre Konfettikanone: Auslöser dürften zwei Vorfälle in St. Gallen und Rorschach gewesen sein. Aus Sicherheitsgründen darf die Föbü-Konfettikanone nicht mehr mit Schiesspulver betrieben werden und muss deshalb dieses Jahr pausieren.

Konfettikanone St. Gallen

Bildlegende: Die legendäre Konfettikanone wurde 1983 von Max Oertli gebaut. Kurt Kern

Die Föbü-Kanone ist über 30 Jahre alt und steht auf einem alten Traktortraggestell. Sie hat eine Verpflegungsstation mit Punsch- und Teebraukessel, Gasgrill für Bratwürste, Kessel für Wienerli inklusive Serviereinrichtung mittels Kränli. Die legendäre Kanone muss nun aber pausieren.

Die kantonalen Bestimmungen haben sich geändert. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass letztes Jahr beim Föbü-Verschuss SRF-Bundeshauskorrespondent Hanspeter Trütsch verletzt wurde. Zudem gab es in Rorschach einen weiteren Vorfall.

Die Bestimmungen wurden angepasst. Für das Schiessen mit Schiesspulver und Konfettikanone gibt es keine Bewilligung mehr. «Wir haben nie gewusst, wie der Verschuss technisch funktioniert, dass war das Geheimnis des Kanonenvaters. Für uns nun also eine Chance die Kanone zu überarbeiten», so Michael Hüppi, Kanzler der St. Galler Ehrenfödlebürger. Zudem ist die Tragfläche der Kanone nicht mehr sicher genug.

Nächstes Jahr soll die legendäre Kanone dann wieder zum Einsatz kommen.

Der «Födlebürger»

Seit 1972 gibt es an der St. Galler Fasnacht die Tradition, den «Födlebürger» zu verschiessen – mit Konfetti versteht sich. Seither sucht man jedes Jahr nach einer Persönlichkeit «mit Födle, Herz und Humor». Den Titel «Ehren-Födlebürger der Stadt St.Gallen» trägt man ein Leben lang und er ist durchaus positiv gemeint.