Frühförderung: Rorschach geht neue Wege

Die Stadt Rorschach will eine zweite städtische Spielgruppe eröffnen, die alle Kleinkinder gratis besuchen können. Damit reagiert der Stadtrat auf schlechte Erfahrungen: Mit dem bisherigen Konzept erreichte man nur die Hälfte der Eltern.

Kinder spielen mit der Spielgruppenleiterin.

Bildlegende: Alle Kleinkinder sollen die Spielgruppe besuchen dürfen. Keystone

Vor zweieinhalb Jahren startete die Stadt Rorschach ihr Frühförderkonzept. Die Spielgruppe besuchen aber bis heute nur rund die Hälfte der Kinder im Alter von drei Jahren. Dafür seien vor allem die Kosten verantwortlich, die viele Eltern abschreckten, sagt Stadtpräsident Thomas Müller.

Deshalb will die Stadt ihr Angebot ausbauen. Die Kosten für den Spielgruppen-Besuch einmal wöchentlich soll die Stadtkasse übernehmen. Die jährlichen Kosten pro Kind belaufen sich auf 440 Franken.

Die Erweiterung gelte für alle Eltern und ihre Kinder, hält Thomas Müller gegenüber «Regionaljournal Ostschweiz» ausdrücklich fest. Gleichwohl richte sich das Angebot besonders auch an ausländische Kinder. Viele der ausländischen Eltern behielten ihre Kinder oft bis zum Kindergarten zu Hause. Vom Besuch der Spielgruppe erhofft sich der Stadtrat auch in dieser Hinsicht einen positiven Effekt. Denn der Spracherwerb sei wichtig für den Übertritt in den Kindergarten.

Die Kosten für die Angebotserweiterung betragen jährlich 100'000 Franken. Die Bürger befinden an der Bürgerversammlung Ende März über das Projekt.