Fussball-Gewalt im Fokus einer Studie

Acht kritische Fussball-Spiele des FC St. Gallen und des BSC Young Boys haben Sportwissenschaftler der Uni Bern untersucht. Bei der Hälfte der Spiele eskalierte die Gewalt. Nun liegen erste Resultate vor: Eine grössere räumliche Distanz zwischen Polizei und Fans wirke deeskalierend, heisst es.

Nicht zu bremsen: St. Galler Fans bedrohen die Fans des 2. Ligisten Arbedo mit Gewalt.

Bildlegende: Nicht zu bremsen: St. Galler Fans bedrohen die Fans des 2. Ligisten Arbedo mit Gewalt. Keystone

Zuschauergewalt bei Fussballspielen ist in der Schweiz ein aktuelles Thema. Während in anderen Ländern bereits Studien durchgeführt wurden, existiert in der Schweiz kaum Forschung darüber. Nun haben Wissenschaftler um Alain Brechbühl vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Bern untersucht, welche Faktoren dafür verantwortlich sind, dass es zu einer Eskalation kommt oder eben nicht.

Untersucht hat Brechbühl acht kritische Situationen bei Spielen des FC St. Gallen und des BSC Young Boys während der Saison 2012/13. Bei vier Situationen endete die Situation in Gewalt. Insgesamt führte Brechbühl 59 Interviews mit Fussballfans, Polizisten und dem Sicherheitspersonal.

Die Ergebnisse:

- Bei den befragten Personen herrsche eine Tendenz zur Stereotypisierung. Personen der gegenüberstehenden Gruppe würden dabei nicht individuell, sondern als relativ einheitliche Masse betrachtet.

- Als relevante Faktoren für gewaltfreie Lösungen wird «eine klare und direkte Kommunikation sowie genügend räumliche Distanz zwischen den Gruppen empfohlen», so die Studie.

- Weiter heisst es in der Studie, dass darauf hinzuarbeiten sei, «dass zwischen den Gruppen eine direkte Kommunikation stattfindet».

Die Ergebnisse seien «ein wichtiges Element für die Fanarbeit», findet Thomas Weber, Stellenleiter der Fanarbeit des FC St. Gallen.