Geothermie: St. Gallen bekommt vom Bund mehr Geld als erwartet

Die nationale Netzgesellschaft Swissgrid zahlt der Stadt St. Gallen 18,2 Millionen Franken an das gescheiterte Geothermie-Projekt. Die Risikodeckung wird aus dem Fonds für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) finanziert. Die Stadt hatte rund 60 Millionen finanziert.

Bohrturm Geothermie SG

Bildlegende: Der Turm des St. Galler Geothermieprojekts wird im November 2013 abgesenkt, das Bohrloch versiegelt. Keystone

St. Gallen hatte grosse Hoffnungen in die Geothermie gesetzt. Im Juli 2013 löste die Tiefenbohrung ein Erdbeben der Stärke 3,5 aus. Weil auch die gefundene Heisswassermenge viel zu gering war, beschloss der Stadtrat im vergangenen Jahr, das Projekt abzubrechen.

Das 4450 tiefe Bohrloch im Sittertobel bleibt provisorisch verschlossen. Offen bleibt die Möglichkeit, später einmal Erdgas zu fördern. Bei der Bohrung war überraschend Gas gefunden worden, doch konnte die Stadt keine Investoren für eine Erdgasförderung finden.

Bei der Stadt zeigte man sich in einer Mitteilung vom Montag erfreut über den positiven Bescheid der Swissgrid, eine Risikodeckung von 18,2 Millionen Franken zu bekommen. Der Betrag entspricht 50 Prozent der anrechenbaren Bohr- und Testkosten.

Das Bundesamt für Energie hatte nach Abschluss der Arbeiten am Bohrloch unabhängige Experten mit einer Prüfung des Geothermie-Projekts beauftragt. Die Fachleute werteten die Förderrate und Temperatur des Heisswasser als «Misserfolg im Sinne der Risikoabdeckung».