Geschmacklose Bilder einer Toten - Strafverfahren eröffnet

Eine Frau aus der Ostschweiz soll Bilder von sich und einer toten Patientin ins Internet gestellt und mit geschmacklosen Kommentaren versehen haben. Die Aufnahmen entstanden im ehemaligen Altersheim Mogelsberg im Toggenburg. Ein Strafverfahren ist eröffnet.

Ansicht des Altersheims in Mogelsberg

Bildlegende: Im ehemaligen Altersheim in Mogelsberg arbeitete die vermeintliche Pflegerin als Küchenangestellte. SRF

Vreni Wild, Präsidentin der Gemeinde Neckertal, bestätigt gegenüber «Regionaljournal Ostschweiz», dass die Frau auf den Fotos 2012 im Altersheim Mogelsberg temporär für ein halbes Jahr als Küchenhilfe angestellt war. Sie arbeitete zweimal die Woche.

« Für einen Aushilfe-Job in der Küche wird nicht der gleiche Hintergrunds-Check gemacht wie für eine Stelle in der Pflege. »

Wild war schockiert und überrascht von den Bildern, welche auf Facebook zu sehen waren. Sie habe nichts davon gewusst, bis Medien sie damit konfrontiert hätten. Diese Woche habe sie sogleich eine Anzeige gemacht und Kontakt mit den Angehörigen der abgebildeten Verstorbenen aufgenommen.

Eine strengere Kontrolle der Angstellten sei heutzutage schwer durchzuführen, sagt Wild weiter. Alle besässen ein Handy und viele seien auf sozialen Netzwerken aktiv.

Ob die Frau noch weitere Fotos von Verstorbenen im Altersheim Mogelsberg gemacht hatte, wisse sie nicht. «Sie hat damit aber auf Facebook geprahlt, also wäre es gut möglich, dass sie auch weitere vorhandene Fotos publik gemacht hätte.»

Strafverfahren läuft

Im Lauf des Freitags hat die St. Galler Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung wegen Verdachts der Störung des Totenfriedens eröffnet, wie Sprecherin Nathalie Häusler gegenüber «Regionaljournal Ostschweiz» sagt. Gegen welche und wie viele Personen sich die Strafuntersuchung richtet, wollte Häusler nicht sagen.

Das Altersheim in Mogelsberg ist nicht mehr in Betrieb. Es wurde Ende 2012 mangels Nachfrage geschlossen. Die Schliessung war bereits 2010 angekündigt worden.