Gesund und kalorienarm statt Zuckerbomben

In der Schweiz wurden 2014 3,5 Prozent weniger Süssgetränke konsumiert. Jährlich werden pro Kopf noch rund 70 Liter getrunken. Der Konsument ist gesundheitsbewusster geworden. Weniger Zucker, weniger Geschmack: Ein Balanceakt für Ostschweizer Getränkeproduzenten.

Fliessband einer Getränkeprodutkion.

Bildlegende: Im Kanton Thurgau produziert Biotta ihre «Traktor» Smoothies. Getränke aus gepressten oder pürierten Früchten. Biotta

Ein Glas Coca Cola enthält 27g Zucker. Ein Glas Flauder (Holunderblütengetränk aus dem Appenzellerland) enthält 5 Gramm Zucker. Also deutlich weniger. Reduzierte Getränke liegen im Trend. Dies hat auch Coca Cola erkannt und brachte erst kürzlich das neue Label «Life» auf den Markt. Ein Glas enthält noch 17g Zucker.

«Wie beim Kochen muss die ganze Mischung stimmen. Reduziert man eine Zutat, so muss auch der Rest ins Gleichgewicht gebracht werden», erklärt Gabriela Manser, Inhaberin der Firma Goba. Zucker sei nicht grundsätzlich schlecht, es komme darauf an wie viel man davon zu sich nehme, so Manser. Es sei eine Frage der Gewohnheit, wie viel Zucker man in Getränken wünsche. Goba stellt nur Getränke her mit reduziertem Zuckergehalt.

Goba verwendete in zwei seiner Getränke noch weniger Zucker dafür den Süssstoff Stevia. Aber dieser habe einen leichten Nebengeschmack und so sei es sehr individuell, ob einem dies schmeckt oder nicht, so Gabriela Manser.

Gemüse aus der Flasche

Rot, gelb, orange: Die Säfte von Biotta aus dem Kanton Thurgau sind aus Gemüse und Obst. Damit entsprechen sie dem Trend. Die frisch gepressten Säfte werden zum Teil gesüsst - mit natürlichen Süssungsmitteln wie Agave, sagt Geschäftsführer Clemens Rüttimann.

Früchte enthalten viel Zucker. Weniger Zucker ist im Gemüse. Deshalb bringe Biotta, den «Veggie» auf den Markt. Eine Kombination aus Früchten und Gemüse. «Viele haben aus der Kindheit eine schlechte Erinnerung an irgendein Gemüse. Ist dieses in einem Getränk, kaufen sie es nicht. Mische ich es mit einer Mango, so ruft dies im Gehirn, die Assoziation mit der Frucht hervor und das dazu gegebene Gemüse, wird zweitrangig», erklärt Rüttimann diese Kombination.

Neben dem Inhalt zähle auch die Verpackung. Da habe Biotta mit seinen Glasflaschen noch Aufholbedarf. Denn die Generation Take-away mag es handlich im Pet oder Tetrapack.