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Glarner ÖV-Debatte Jedem Dorf sein Bus

Blick durch Windschutzscheibe auf regenverhangene Berge.
Legende: Trübe Aussichten? Der Kanton Glarus muss sich überlegen, wie es mit dem öffentlichen Verkehr weitergehen soll. Keystone

Die Ausgangslage: Die Glarner Regierung schreckte 2017 die Bürger der Gemeinde Glarus Süd auf. Eine Wirkungsanalyse hatte für die Buslinie von Schwanden nach Sool ein sehr schlechtes Resultat ergeben. Deshalb dachte die Regierung laut über eine Streichung des Angebotes nach. Dagegen wehrte sich die Gemeinde, im Glarner Kantonsparlament kam die Idee zu Fall. Jetzt wird abgeklärt, ob die Buslinie nicht doch zu retten wäre.

Die Initiative: Ob diese Abklärungen ein positives Resultat hervorbringen, ist offen. Der Dorfverein von Sool hat deshalb beschlossen, den Weg einer Initiative zu gehen: Sie stellt einen Memorialsantrag. Der Inhalt des Antrages: In der Kantonsverfassung soll festgeschrieben werden, dass ein ÖV-Anschluss für jedes Dorf garantiert ist. Für die Bürger von Sool ist klar: Ohne ÖV geht es nicht.

Schreiben wir das in der Verfassung fest, dann sind wir auf Jahre verpflichtet, den ÖV-Anschluss zu garantieren – ganz unbesehen davon, was die Realität ist.
Autor: Kaspar BeckerRegierungsrat

Die Schwierigkeit: Die Glarner Regierung signalisiert Verständnis für das Anliegen der Sooler. Es sei aber fraglich, ob der Weg über eine Verfassungsänderung wirklich der richtige sei. «Schreiben wir das so in der Kantonsverfassung fest, dann sind wir auf Jahre verpflichtet, den ÖV-Anschluss zu garantieren», sagt Regierungsrat Kaspar Becker. «Das würde auch dann gelten, wenn sich die Situation vollkommen geändert hat.» Becker will deshalb nach anderen Lösungen suchen, die Buslinie zu retten.

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