Glarner Regierung erstmals nach 72 Jahren ohne SP

Lange war die Glarner Regierung mit zwei SP-Vertretern besetzt. Mit der Verkleinerung des Regierungsrates, konnte die SP nur einen Sitz behalten. Nun hat sie bald gar keinen mehr. Dass sich damit der Umgangston die Glarner Politik stark ändert, glauben Glarner Politiker nicht.

Glarner Regierung

Bildlegende: Erstmals seit 72 Jahren ohne SP-Vertretung: Die neue Glarner Regierung Keystone

Nach fünf Jahren schaffte es die Glarner SVP zurück in die Regierung, die FDP konnte mit Benjamin Mühlemann den zweiten Sitz verteidigen. Das Nachsehen hatte die SP, sie verlor ihren Sitz den sie seit 72 Jahren hatte.

Glarner Politiker glauben nicht, dass sich mit dieser neuen Zusammensetzung viel änderet. Auch wenn die Regierung jetzt rein bürgerlich sei und das linksgrüne Lager nicht mehr vertreten, der Umgangston bleibe der gleiche, sagt der BDP-Nationalrat Martin Landolt gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF.

Ganz anderer Meinung ist die ehemalige Obergerichtspräsidentin und SP-Frau Marianne Schneiter-Britt. Die Politik werde sich ändern, das gehe nicht anders. Schliesslich ziehe mit Marianne Lienhard eine Frau aus dem Rechtslager in die Regierung und mit Benjamin Mühlemann ein «stürmischer Junger». Das Klima werde sich ändern, so Schneiter-Britt auf Anfrage.

Der ehemalige SP-Nationalrat Werner Marti und Altregierungsrat Jakob Kamm bedauern die Entwicklung, glauben aber wie Martin Landolt, dass sich politisch nicht viel ändern wird. Trotzdem sei es wichtig, dass sich die SP für die nächsten Wahlen fit mache, so ihre Reaktion auf die Wahlen am Sonntag.