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Lärmstreit GPS-Sender statt Kuhglocken stösst auf wenig Begeisterung

Im Vorarlberg konnte ein Streit um Kuhglockenlärm beigelegt werden, indem die Glocken gegen GPS-Sender ausgetauscht wurden. In der Schweiz können sich weder Bauern noch Lärmgegner für diese Idee erwärmen.

Kuh mit Glocke
Legende: GPS-Sender statt Kuhglocken stösst bei Bauern und Lärmgegnern in der Ostschweiz auf wenig Begeisterung. Keystone

Der alte Konflikt: Kuhglocken sorgen immer wieder für Diskussionen und sogar Rechtsstreite, weil sich Anwohner vom Gebimmel in der Nacht gestört fühlen.

Die Lösung im Vorarlberg: Nach einem zähen Rechtsstreit konnten sich ein Bauer und ein Hotelbesitzer darauf einigen, dass die Kuhglocken entfernt und durch GPS-Sender ersetzt werden. Diese werden – ähnlich wie die Glocken – den Kühen um den Hals gehängt.

Die Reaktionen in der Schweiz: Die Bauernverbände in der Ostschweiz können sich kaum für die GPS-Variante erwärmen. Sie argumentieren, dass die Glocken nicht nur dazu dienen, die Kühe zu finden, sondern Kulturgut sind. Auch Lärmgegner halten nicht viel von der Idee. Aus ihrer Sicht bräuchten die Kühe im Siedlungsgebiet weder Glocken noch ein GPS um den Hals.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Auf jeden Fall dürfte der Lärm der Kuhglocke nicht ohne Folgen bleiben für die Tiere. Denn der Schallpegel in der Mitte zwischen Kuhohr und einer durchschnittlichen Glocke beträgt 100 bis 113 Dezibel. Einem Menschen würde man diesen Lärm über längere Zeit nicht ohne Gehörschutz zumuten. Wenn sich jemand einen achtstündigen Arbeitstag lang in einem 100-Dezibel-Lärm bewegt, schadet dies seiner Gesundheit. SO auch bei den Kühen.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Letztendlich braucht es eigentlich auch nur ein wenig Kombinationsgabe und Perspektivenwechsel, um zu überlegen, wie es sich anfühlt, 24 Stunden lang ein ohrenbetäubendes Gebimmel um den Hals gebunden zu haben. So angenehm klischeebeladen die alpinen Kuhglocken auch sind, vielleicht ist es an der Zeit, ein anderes landwirtschaftliches Idyll zu betonen. Oder die Schweizer Bauern engagieren Cowboys, um ihre Tiere zusammen zu halten.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Dazu kommt, dass Kühe ein empfindlicheres Gehör haben als Menschen. Sie nehmen bereits Töne ab -11 Dezibel wahr, Menschen erst ab null Dezibel. Die Glocken beeinträchtigen nicht nur das Hörvermögen der Tiere, so dass einige nahezu taub sind, sie beeinflussen auch das Fressverhalten. Verschiedene Umweltverbände kritisieren schon lange die Verwendung von Kuhglocken als schädigend für die Tiere.
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